20.08.2013 | Unternehmen

Übernahmeofferte: Deutsche Wohnen will GSW schlucken

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn: 40 Prozent der eigenen Aktionäre sind auch bei GSW investiert
Bild: Deutsche Wohnen

Der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen macht dem Konkurrenten GSW ein Übernahmeangebot: Die Aktionäre können je 20 Aktien der GSW Immobilien AG gegen 51 Aktien der Deutsche Wohnen eintauschen. Das teilte ein Sprecher der Deutsche Wohnen um Vorstandschef Michael Zahn mit.

Finanziert werden soll die Übernahme durch eine Kapitalerhöhung. Über die Kapitalerhöhung werden die Aktionäre Ende September entscheiden. Bewertet wird das Eigenkapital der GSW mit 1,75 Milliarden Euro. Die Übernahme knüpft Deutsche Wohnen an eine Bedingung: Mindestens 75 Prozent der GSW-Aktionäre sollen die Offerte annehmen.

Die Übernahmeofferte durch Deutsche Wohnen versetzte die GSW-Aktionäre in Jubelstimmung. Die Titel sprangen in der ersten Handelsstunde um rund neun Prozent auf 34,28 Euro nach oben. Für die Titel von Deutsche Wohnen ging es hingegen um mehr als vier Prozent auf 13,54 Euro nach unten. Wie ein Händler zunächst kommentierte, laufe die Transaktion am Ende auf einen Zusammenschluss hinaus, welchen die Deutsche Wohnen finanziert. Vor allem den Aktionären der Deutsche Wohnen dürfte daher kurzfristig ein steiniger Weg bevorstehen.

Zusammen kämen GSW und Deutsche Wohnen auf 150.000 Wohnungen

Rund 40 Prozent der eigenen Aktionäre seien auch bei GSW investiert, sagte Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn während einer Telefonkonferenz. Bei vollständiger Annahme des Angebots würden die GSW-Aktionäre rund 43 Prozent an der vergrößerten Deutsche Wohnen AG halten.

Durch den Zusammenschluss der beiden MDax-Konzerne entstünde den Angaben zufolge eines der führenden deutschen Wohnimmobilienunternehmen. Zusammen besäßen GSW und Deutsche Wohnen 150.000 Wohnungen und verfügten damit über ein Portfolio im Wert von etwa 8,5 Milliarden Euro.

Erwartet werden zudem werden Synergien in Höhe von rund 25 Millionen Euro pro Jahr. Auch die Ertragskraft soll sich durch die Fusion verbessern. Die für Immobilienunternehmen wichtige Kennziffer FFO soll den Angaben zufolge im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

GSW will Angebot prüfen

Das Berliner Immobilienunternehmen GSW will das Angebot des Konkurrenten Deutsche Wohnen genau unter die Lupe nehmen. Der Vorstand habe die Ankündigung der Deutschen Wohnen AG, den Aktionären der Gesellschaft ein Übernahmeangebot zu unterbreiten, zur Kenntnis genommen, teilte GSW am Dienstag mit. Die bislang vorliegenden Informationen dazu würden sorgfältig geprüft und bewertet. Im Anschluss daran werde GSW eine erste Einschätzung abgeben.

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