Hammerson-Shopping-Center Bullring in Birmingham Bild: Hammerson ⁄

Der französische Shopping-Center-Investor Klépierre will den britischen Immobilienkonzern Hammerson schlucken. Es ist bereits der zweite Vorstoß. Doch die Briten lehnen nun auch das erhöhte Übernahmeangebot ab: Hammerson fühlt sich mit 5,7 Milliarden Euro unterbewertet.

Hammerson verwies auf die Qualität seines Portfolios, seine Marktposition sowie die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten. Hammerson ist derzeit an 22 Einkaufszentren in Großbritannien, Irland und Frankreich beteiligt sowie an 15 Fachmarktzentren und 20 Outlets, darunter das Ingolstadt Village in der Nähe von München.

Klépierre soll in einer informellen Offerte 635 Pence pro Hammerson-Aktie geboten haben, jeweils zur Hälfte in bar und in eigenen neuen Aktien. Das sind 20 Pence pro Anteilsschein mehr als beim letzten Angebot der Franzosen. Damit wäre Hammerson mit rund fünf  Milliarden britischen Pfund bewertet, was zum aktuellen Kurs 5,7 Milliarden Euro entspräche.

Zurückgewiesen hat kürzlich auch die Immofinanz AG das Angebot des US-Investors Starwood wegen zu niedriger Bewertung.

Übernahmewelle am Shopping-Center-Markt

Die Aktien des im britischen Leitindex FTSE 100 gelisteten Investors Hammerson fielen am 11. April im frühen Handel um 0,8 Prozent auf 521 Pence und lagen damit unter dem Gebot, haben sich aber seit der ersten Offerte von Klépierre Anfang März 2017 um rund ein Fünftel verteuert.

Hammerson selbst plant derzeit die Übernahme des britischen Mitbewerbers Intu für rund 3,4 Milliarden Pfund. Beide zusammen wollen insbesondere in ihrem Heimatmarkt England ihre Macht als große Vermieter von Shopping-Centern vergrößern. In der Übernahmewelle in der internationalen Shopping-Center-Szene ist außerdem der Investor Brookfield Property gerade dabei, den US-Shopping-Center-Betreiber GGP zu übernehmen und die französische Unibail-Rodamco will die australische Westfield kaufen. Westfield betreibt 35 Einkaufszentren in den USA und Großbritannien. Die Übernahme würde den französischen Konzern 24,7 Milliarden US-Dollar kosten.

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Schlagworte zum Thema:  Investor, Shopping-Center, Übernahme

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