TLG sucht nach weiteren Akquisitionsmöglichkeiten Bild: mauritius images / imageBROKER / Markus Brunner

TLG Immobilien setzt auf Expansion. Das Gewerbeimmobilienportfolio soll beträchtlich auf­ge­stockt werden. Bei den Großinvestoren dürfte der Wachstumskurs auf Zustimmung stoßen. Schließlich könnte er ihnen höhere Dividenden und steigende Aktienkurse bescheren.   

Bei ausländischen Anlegern stehen deutsche Gewerbeimmobilien hoch im Kurs. Sie erwer­ben im großen Umfang Ein­zel­objekte und Portfolien, sie finden aber auch verstärkt Gefallen an Investments in bör­sen­notierte Immobiliengesellschaften. Zuletzt wurden Bestrebungen des is­ra­elischen Investors Amir Dayan publik, dass dieser über die Ouram Holding seine Be­tei­li­gung an der TLG Immo­bi­li­en deutlich hochschrauben will.

Derzeit hält sie 4,5 Pro­zent der TLG-Anteile. Die Beteiligungsquote könnte zwar bald auf 22,5 Pro­zent steigen, sie läge damit jedoch immer noch unter der Sperrminorität von 25,0 Prozent. Wer die Papiere wohl an Ouram verkauft, wurde bislang nicht bekannt. Aber in der Ge­rüch­teküche brodelt es.

"TLG ist ein weiterer Bau­stein der Konsolidierung der Immobilienaktivitäten in Deutschland", ließ Dayan verlauten.

"TLG kann die Vonovia des Ge­wer­­be­im­mo­bi­liensektors werden" 

Diese Aussage er­öff­net einen breiten Interpretationsspielraum. Helmut Kurz managt bei der Privatbank Ell­wan­ger & Gei­ger einen Immobilienaktienfonds und meint: "TLG kann die Vonovia des Ge­wer­­be­im­mo­bi­liensektors werden." Gelänge es der TLG, die Erfolgsgeschichte des Wohn­im­mo­bi­li­en­kon­zerns zu kopieren, dann wären wohl nicht nur die Investoren be­geis­tert.          

"Vonovia hat auch vorgemacht, wie man sich durch eine geschickte Akquisitionsstrategie als Top-Immobilienkonzern positionieren kann, einen Player dieses Formats gibt es bei den Ge­wer­be­im­mo­biliengesellschaften noch nicht", stellt Immobilienaktienanalyst Andre Remke von Baa­der Helvea fest. Er hält TLG Immobilien neben Alstria Office für den Akteur, der ei­ne Kon­soli­­die­rung entscheidend mitprägen könnte.

Über weitere Akquisitionspläne hüllt sich TLG in Schweigen

Für vorteilhaft hält Remke die breit gefächerte Ausrich­tung der TLG im Hinblick auf die Nut­zungs­­­ar­ten. Das Portfolio – aktueller Wert: 3,2 Milliarden Euro – ist folgen­der­­­ma­ßen struk­tu­riert: Rund 45 Pro­zent wurden in Büro­-, etwa 45 Prozent in Einzelhan­dels­im­mo­bi­li­en (vor al­lem Nahversorgungszentren, kei­ne Shopping-Center) sowie zehn Pro­zent in Hotels investiert. Durch die Über­nah­me von WCM hat die TLG zudem maßgeblich ihren bisher re­gio­na­len In­vest­­ment­fo­kus von Ost­deutsch­land und Berlin auf die gesamte Bundesrepublik erweitert.  

Über weitere Akquisitionspläne hüllt sich die TLG in Schweigen. Auch seitens der Branchen­ken­ner will sich zu möglichen Kandidaten niemand äu­ßern. Von den gro­ßen bör­sen­notierten ge­­werblichen Immobiliengesellschaften scheint auf den ersten Blick vor allem DIC Asset gut zu TLG zu passen. Von deren ge­werb­­­li­­chem Immobilienbestand entfallen knapp zwei Drit­tel auf Büro-, ein Fünftel in Logistik­- so­wie 17 Pro­zent in Lo­­gis­tik­objekten.  

TLG will Immobilienportfolio auf sechs Mil­li­ar­den Euro aufstocken

Die TLG will laut Remke in den nächsten Jahren ihr Immobilienportfolio auf sechs Mil­li­ar­den Euro aufstocken: "Das ist durch organisches Wachstum allein kaum zu schaffen", so der Branchenexperte. Orientiert man sich allein am Wert des Immobilienbestandes, dann wür­de sich dieses Wachstumsziel sicherlich am schnellsten durch eine Elefanten­hoch­zeit von TLG und Alstria Of­fice reali­sieren lassen.

Vorbild Vo­no­via musste allerdings die bittere Erfahrung machen, dass sich ein derartiges Vor­haben nicht so ohne wei­te­res rea­li­sie­ren lässt. Schließlich scheiterte vor zwei Jahren de­ren Ver­­such, die Num­mer zwei der Branche, die Deutsche Woh­nen, zu schlucken. Im weiteren Ver­­lauf ihrer Erfolgsstory war dieser Rück­schlag letztlich aber lediglich ein kleiner Dämpfer.  

Immobilienvermögen der Top Five unter den Gewerbeimmobilienaktiengesellschaften

Name     Immobilienportfolio (in Mrd. Euro)
Aroundtown  8,4   
Deutsche Euroshop   3,9
Alstria Office3,2
TLG Immobilien (inklusive WCM)            3,2
DIC Asset (ohne gemanagte Fondsimmobilien) 1,5

Quelle: eigene Recherche (Stand: 30.9.2017)

 

 

 

Schlagworte zum Thema:  Immobilienkonzern, Immobilienaktien, Gewerbeimmobilien, Übernahme

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