Über den Schiedsspruch wollen die Tarifverhandlungspartner aus der Baubranche Ende Mai entscheiden Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Tarifverhandlungen für rund 800.000 Bauarbeiter sind mit einem Schiedsspruch beendet worden. Noch ist offen, wie es ausgehen wird. Die zuständigen Gremien von Arbeitgebern und IG Bau müssen ihre Entscheidungen über den Vorschlag des Schlichters Wolfgang Clement bis zum 26. Mai treffen. Das schleswig-holsteinischen Baugewerbe kritisierte den Schlichterspruch als "Luxusabschluss" und Katastrophe für die Branche.

Hauptgeschäftsführer Georg Schareck sagte, es sei mit einer spürbaren Erhöhung der Baupreise um möglicherweise deutlich mehr als zehn Prozent zu rechnen. In Schleswig-Holstein wollen die Baubetriebe bereits am 25. Mai abstimmen.

Dem Schlichterspruch zufolge sollen die Beschäftigten im Westen rückwirkend zum 1.5.2018 eine Lohnerhöhung um 5,7 Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 26 Monaten erhalten. Die Ost-Löhne sollen zum 1. Mai um 6,6 Prozent und nochmals um 0,8 Prozent zum 1.6.2019 steigen. Zudem soll es künftig wieder ein 13. Monatsgehalt geben.

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Clement hatte bereits zum fünften Mal eine Schlichtung für die Branche geleitet. Die IG Bau war mit einer Forderung von sechs Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Vertragslaufzeit in die Verhandlungen gegangen. Sie verlangte zudem die Aufstockung des 13. Monatsgehalts sowie eine Vergütung für lange Anfahrtszeiten zu wechselnden Baustellen.

Die Arbeitgeber hatten vor dem Beginn der zweiten Schlichtungsrunde am 11. Mai eine Erhöhung um 4,2 Prozent angeboten, plus eine Einmalzahlung von 400 Euro bei einer Laufzeit von 22 Monaten. Bei diesem Vorschlag könnten zudem die niedrigeren Ostlöhne um 1,8 Prozent an das Westniveau angenähert werden, hieß es. Zwischen Ost- und Westlöhnen gab es zuletzt noch eine Lücke von etwa sieben Prozent.

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