| Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Studie: Wohnungsmärkte in Ost und West haben sich angenähert

In ostdeutschen Metropolen wie Dresden steigt die Nachfrage nach attraktivem Wohnraum (Symbolfoto)
Bild: Juergen Gessner ⁄

25 Jahre nach der Wiedervereinigung haben sich die Wohnungsmärkte in Ost und West angenähert; einige Unterschiede bleiben jedoch bestehen – zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die in Kooperation mit der Schwäbisch Hall Stiftung bauen-leben-wohnen erstellt wurde.

1990 waren viele Gebäude in Ostdeutschland sanierungsbedürftig, attraktiver Wohnraum war knapp. Heute ähneln sich die Wohnungsmärkte, sagte IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer: Sowohl in den neuen als auch in den alten Bundesländern gibt es neben Wachstumszentren schrumpfende Regionen, die mit Wohnungsleerständen zu kämpfen haben, weil immer mehr Menschen in die Großstädte ziehen. Gleichzeitig wird inzwischen nicht nur in den westdeutschen, sondern auch in vielen ostdeutschen Metropolen der Wohnraum wieder knapp, entsprechend steigen die Preise zum Beispiel in Dresden, Potsdam und Berlin. Voigtländers Fazit: "Investoren, Wohnungspolitiker und Öffentlichkeit sollten weniger zwischen Ost und West differenzieren, sondern vielmehr zwischen wachsenden und schrumpfenden Regionen."

Gleichwohl bestehen weiterhin Unterschiede: In Ostdeutschland existieren auch heute noch mehr Altbauten, die vor 1948 errichtet wurden. Das Neubauvolumen im Westen lag zuletzt bei 29 Prozent, im Osten hingegen lediglich 17 Prozent. Die Leerstandsquote ist im Osten nach wie vor höher als im Westen: 2010 lag der Anteil leerstehender Wohnungen in Ostdeutschland bei knapp 12, in Westdeutschland bei 8 Prozent. 

Tipp der Redaktion: 

In DW 9/2015 ab Seite 50 sind mehrere Artikel und Interviews zum Thema "25 Jahre Wiedervereinigung" erschienen. 

Schlagworte zum Thema:  Wohnungswirtschaft

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