Bei den Büroimmobilien spielen die Betriebskosten eine große Rolle. Nach einer Untersuchung der Deutschen Energie-Agentur (dena) haben Büro- und Verwaltungsgebäude einen Anteil von etwa 20 Prozent am Wärmeverbrauch aller so genannten Nichtwohngebäude.

Büroimmobilien sind für den größten Wärmeverbrauch im Nichtwohnbereich verantwortlich. Etwa die Hälfte der Büros wurde vor 1978 gebaut. Für diese Gebäude bieten verschiedene Hersteller Lösungen zum Nachrüsten an, die dank der drahtlosen und offenen Systemtechnik leicht installiert werden können.

Die derzeitige Nutzung von Büroimmobilien ist nach Viktor Webers Ansicht nicht effizient. Zunehmend nutzen Mitarbeiter die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Bürogebäude stehen mehr als 50 Prozent des Tages leer – und das in den besten Lagen der Stadt. An diesen Stellen wird die Immobilienwirtschaft flexible Lösungen finden müssen.

Smart Wohnen: Gebäudeautomation ein Stiefkind

Im Geschosswohnungsbau, traditionell der schwächste aller Bereiche für Gebäudeautomation, sorgt der demografische Wandel für den Einsatz von GA. Einer Studie des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW, des Beratungsunternehmens mm1 und der Smart-Home-Initiative Deutschland zufolge wollen bis Ende des Jahres 40 Prozent der GdW-Mitglieder Smart-Home- oder AAL-Technologien (Ambient Assistant Living) in ihren Liegenschaften einsetzen. AAL ermöglicht durch Assistenzsysteme älteren Menschen, so lange wie möglich selbstbestimmt in ihren Wohnungen zu bleiben.

Als wichtigstes Einsatzfeld für Smart Home und AAL sehen die Wohnungswirtschaftler neben Rauchmeldern den Bereich Energiemanagement. Mittelfristig werden das Messen, Analysieren, Visualisieren und Abrechnen des Energieverbrauchs sowie die automatisierte Steuerung der Heizung die Entwicklung vorantreiben. Ebenso wichtig ist die Überwachung und Steuerung des Raumklimas, um Schimmelbildung zu vermeiden. Allerdings scheuen die meisten Wohnungsunternehmen eigene Investitionen. Acht von zehn wollen in diesem Bereich mit externen Partnern zusammenarbeiten. Die Bereitschaft, selbst zu investieren, beschränkt sich auf geringinvestive Maßnahmen mit bis zu 20 Euro pro Quadratmeter.

„Die Investitionskosten haben ihren Schrecken längst verloren“, sagt Adalbert M. Neumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Busch-Jaeger Elektro.

Unterhalb existierender Gebäudesystemtechnik-Lösungen, die ihre Domäne nach wie vor im Zweckbau-Bereich haben, biete der Markt inzwischen preislich attraktive Systeme an.

Die befragten Wohnungsgesellschaften erwarten, dass in den kommenden Jahren bis zu 20 Prozent der Mieter smarte und bis zu 30 Prozent altersgerechte Wohnungen nachfragen werden.