Scout24, Betreiber unter anderem des Maklerportals Immobilienscout24.de, hat für 285 Millionen Euro den Online-Kreditvermittler Finanzcheck.de gekauft. Finanzieren wird Scout24 die Übernahme mit einem Kredit. Unter Führung der ABN Amro Bank und der Unicredit Bank wurde ein Finanzierungspaket über eine Milliarde Euro mit einer maximalen Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Scout24 erhofft sich durch den Erwerb Synergien für das Immobiliengeschäft.

Das Geschäft mit solchen Dienstleistungen soll auf 250 Millionen Euro wachsen, sagte Scout24-Finanzvorstand Christian Gisy. Immobilienkäufe würden häufig per Kredit finanziert.

Der Umsatz wird dem Unternehmen zufolge in diesem Jahr um zehn bis zwölf Prozent zulegen, stärker als gedacht. Die alte Prognose war von neun bis elf  Prozent Wachstum ausgegangen. Weiterhin will Scout24 rund 30 bis 50 Prozent seines bereinigten Nettogewinns an die Aktionäre ausschütten.

Größte Übernahme seit dem Börsengang 2015

Die kartellrechtliche Genehmigung für den Deal steht noch aus, wird aber nach Unternehmensangaben in vier bis sechs Wochen erwartet. Für Scout24 ist die Übernahme der Onlineplattform für Verbraucherfinanzierungen die größte seit dem Börsengang 2015. Seitdem hat sich die Aktie um rund 60 Prozent verteuert. Seit Juni 2018 ist Scout24 im MDax gelistet.

Christian Gisy, CFO von Scout24.

Ein Händler lobte die Kundenentwicklung und die starke Umsatzkraft des übernommenen Portals, das in den vergangenen Jahren kumuliert um 35 Prozent gewachsen sei. Bislang macht Finanzcheck.de aber noch Verluste. Das dürfte die Marge von Scout24 verwässern. Das Unternehmen rechnet nun für 2018 nur noch mit einer operativen Marge (Ebitda) von 54,5 bis 56 Prozent. Zuvor war Scout24 von 56 bis 57,5 Prozent ausgegangen.

Finanzierungspaket geschnürt

Das Finanzierungspaket besteht aus einem Darlehen in Höhe von 300 Millionen Euro, einer revolvierenden Kreditlinie in Höhe von 200 Millionen Euro, von der derzeit 70 Millionen Euro in Anspruch genommen sind, und einer für weitere Akquisitionen vorgesehenen Kreditlinie in Höhe von 500 Millionen Euro. Durch verbesserte Zinskonditionen erwartet das Unternehmen eine jährliche Einsparung von 2,4 Millionen Euro.

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