01.07.2014 | Hamburg

„Nachhaltige Zinswende nicht vor 2017“

Handelsblatt Tagung "Immobilienwirtschaft" in Hamburg
Bild: EUROFORUM/Sarah Harzer

Immobilienkäufer gehen zu lax mit der Tilgung ihrer Kredite um. Die Folge: Eine deutlich erhöhte Zinslast bei Umschuldungen. Neben anderen aktuellen Themen kam auch diese Problematik auf der 21. Handelsblatt Jahrestagung "Immobilienwirtschaft“ in Hamburg zur Sprache. Mit einer "nachhaltigen Zinswende" sei vor 2017 nicht zu rechnen, so Stefan Schilbe, Chefvolkswirt der Trinkaus Burkhardt AG.

Einmal mehr wurde auch über die Frage diskutiert, ob denn die vielen Verlautbarungen nicht Recht hätten, die in verschiedenen Städten in Deutschland Anzeichen für eine Immobilienblase sehen. Obwohl auch diesmal deutlich verneint, da es weder Angebotsüberschuss noch ein signifikantes Kreditwachstum gäbe.

Beim Thema Mietpreisbremse, die zum nächsten Jahr kommen soll, scheint sich, so einige Redner auf dem Kongress, ein Umdenken in weiten Teilen der Koalition anzudeuten. Man gehe inzwischen von einer Befristung des Gesetzes aus.

Die Veranstalter bemühten sich Themen zu wählen, die auch Ergebnisse hervorbringen. Das ist ihnen teilweise auch gelungen. So gab es einige interessante Investment-Ideen, die ebenso Wohnimmobilien in den USA wie auch Südeuropa als Anlageziel auf dem Schirm hatten. Leider war nicht alles konkret. Als Investoren in jeweils fünf Minuten ihre Anlagewünsche vorstellen sollten, blieb es vage. Immerhin fand sich der Begriff „manage to core“ (womit nichts anderes gemeint ist als dass ein Investor unperfekte Immobilien kauft mit dem Ziel sie zu perfektionieren) in verschiedenen Vorträgen wider. Positiv anzumerken war einmal mehr die flapsig-kompetente Moderation von Catella-Research-Chef Thomas Beyerle.

Lobend zu erwähnen ist, dass die Veranstalter das eine oder andere Neue probiert haben. Neben dem Tischtausch am Abend, der zu mehrfach neuen Gesprächspartnern führen konnte, muss das Veranstaltungsmanagement mittels eines individuell zur Verfügung gestellten iPads erwähnt werden, das nicht nur individuelles Nachschlagen zu Programm und Referenten, sondern auch TeT-Umfragen ermöglichte. Das war besonders und kann als richtungsweisend angesehen werden.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister

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