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Klimapaket: Zehn Prozent der Sanierungskosten sollen künftig von der Steuer abgesetzt werden können

Wärmedämmung: Dachdecker beim Isolieren
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Durch Anreize bei der Gebäudesanierung will die Bundesregierung ihr Klimaziel von 40 Prozent weniger Treibhausgas-Emissionen bis 2020 schaffen. Dazu hat das Kabinett nun ein Klimapaket beschlossen. Mindestens zehn Prozent der Sanierungskosten sollen ab 2015 über zehn Jahre von der Steuerschuld abgezogen werden können. Details müssen noch mit den Ländern ausgehandelt werden.

Kern des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz (NAPE) sind Einsparungen von 25 bis 30 Millionen Tonnen CO2 durch einen sparsameren Energieverbrauch, etwa die bessere Dämmung von Gebäuden.

Umstritten ist die Überlegung der Bundesregierung, ob sie die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen zugunsten der steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung kürzt. Die CSU befürchtet eine Steuererhöhung durch die Hintertür. Hausbesitzer sollen künftig zusätzlich einen Teil ihrer Sanierungskosten von der Steuer absetzen können, wenn sie zum Energiesparen Wände dämmen, neue Heizkessel oder Fenster einbauen.

Eckpfeiler im NAPE

  • die Energieeffizienz im Gebäudebereich voranbringen,
  • die Energieeffizienz als Rendite- und Geschäftsmodell etablieren und
  • die Eigenverantwortlichkeit für Energieeffizienz erhöhen.

Dahinter stehen vor allem übergreifende Effizienzmaßnahmen, die verschiedene Akteure betreffen und allen Akteuren zugutekommen. Damit beschreitet die Bundesregierung einen neuen Weg in der Energieeffizienzpolitik.

Zentrale Sofortmaßnahmen des NAPE

Ein neues wettbewerbliches Ausschreibungsmodell für Energieeffizienzmaßnahmen, mit dem die Bundesregierung gezielt die Projekte fördert, mit denen die höchsten Energieeinsparungen mit dem geringsten finanziellen Einsatz erreicht werden.

  • die Erhöhung des Fördervolumens für die Gebäudesanierung und
  • die steuerliche Abschreibung von Effizienzmaßnahmen im Gebäudebereich.

Hierdurch sollen Wohnungseigentümer animiert werden, gezielt nach Effizienzpotentialen zu suchen. Zur Umsetzung der steuerlichen Förderung wird die Bundesregierung kurzfristig Gespräche mit den Ländern führen, mit dem Ziel, spätestens Ende Februar 2015 eine finale Entscheidung zu treffen.

Energieeffizienznetzwerke, die gemeinsam mit Industrie und Gewerbe eingerichtet werden sollen. Diese werden dazu beitragen, einen regen Erfahrungsaustausch über lohnende Effizienzmaßnahmen anzustoßen. Das wiederum hilft vielen Unternehmen, ihre Effizienzpotentiale zu heben.

Weiterführende Arbeitsprozesse

Zu den Maßnahmen im NAPE, die langfristiger angelegt sind gehören:

  • die Erarbeitung einer Energieeffizienzstrategie Gebäude. Diese Strategie soll neben individuellen Sanierungsfahrplänen auch den Funktionen der Gebäude und den Bewohnern Rechnung tragen.
  • die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Energiedienstleistungen, um neue Geschäftsfelder für neue Akteure im Energiemarkt zu entwickeln.
  • neue Finanzierungskonzepte, die das Investitionsklima für Energieeffizienzmaßnahmen verbessern sollen.
  • die Verbesserung der Beratung für die Durchführung von Energieeffizienzmaßnahmen. Für die einzelnen Anwendungsfelder werden zudem Qualitätskriterien für Energieberater definiert.

Die neue Plattform Energieeffizienz begleitet den gesamten Arbeits- und Umsetzungsprozess zum NAPE.

GdW begrüßt den Beschluss

Die Wohnungswirtschaft begrüßt die Pläne der Bundesregierung, die energetische Gebäudesanierung zukünftig stärker fördern zu wollen. So sollen auch die Gebäudesanierungsprogramme der KfW sollen um 200 Millionen Euro auf zwei Milliarden Euro aufgestockt werden. Positiv sieht der GdW zudem, dass davon 300 Millionen Euro für Zuschüsse geplant sind.

Die Wohnungswirtschaft begrüßt insbesondere die Aussage, dass bei Umsetzung der im Koalitionsvertrag vorgesehenen Anpassungen der Modernisierungsmieterhöhung darauf zu achten ist, dass die Anreize im Mietrecht für energetische Modernisierungen nicht verringert werden. Der GdW warnt ausdrücklich davor, die Umlage der Kosten energetischer Modernisierung von Wohnungen, wie im Koalitionsvertrag beschrieben, einzuschränken. Das würde Investitionen in die energetische Modernisierung abwürgen.

Besonders positiv bewertet der GdW die Überlegungen, die Hemmnisse für Wohnungsunternehmen bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) zu beseitigen.

Derzeit können Wohnungsunternehmen die Einspeisevergütung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) für den Betrieb erneuerbarer Energieanlagen in vielen Fällen wegen gravierender steuerlicher Nachteile nicht nutzen und müssen daher auf die Nutzung erneuerbarer Energien im Sinne des EEG genauso verzichten, wie auf die Lieferung von Strom aus KWK oder Fotovoltaik an Mieter.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Gebäudesanierung

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