Das Landgericht Köln hatte im Juli 2015 vier ehemalige Manager der Privatbank Sal. Oppenheim wegen Untreue zu Freiheitsstrafen verurteilt. Die Strafen sind der Bundesanwaltschaft nicht hoch genug. Die vom Gericht angeführten mildernden Umstände seien nicht gegeben gewesen, hieß es in der Revisionsverhandlung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Die Verteidiger wiesen das zurück. Das Urteil wird für den 14. März erwartet.

Auch die vier Angeklagten haben Revision eingelegt, diese wurde jedoch am Mittwoch nicht verhandelt. Das Kölner Landgericht hatte drei der vier Angeklagten vor zweieinhalb Jahren zu Freiheitsstrafen auf Bewährung und einen vierten Mann zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt (AZ 2 StR 416/16).

Nach Ansicht des Vertreters der Bundesanwaltschaft ist es ein Fehler, den Führungskräften zugutegehalten zu haben werden, dass es in der Bank keine funktionierende Kontrolle von Entscheidungen gegeben habe. Auch hatten die Kölner Richter milder geurteilt, weil sie die große Medienaufmerksamkeit als besondere Belastung angesehen haben. Das hält die Anklagevertretung nicht für plausibel.

"Dass sie sich öffentlicher Kritik stellen müssen, ist eine Selbstverständlichkeit", sagte der Staatsanwalt.

 

Insgesamt gebe es ein offenkundiges Missverhältnis von Schuld und Strafe. Der Staatsanwalt zog einen Vergleich zur Steuerhinterziehung. In solchen Verfahren sei bei einem Schaden von mehr als einer Million Euro eine Bewährungsstrafe ausgeschlossen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft fielen die Strafen angesichts des Gesamtschadens von 83,7 Millionen Euro zu niedrig aus.

Verteidigung weist auf Geständnisse hin

Die Rechtsanwälte der Angeklagten wiesen auf die Bedeutung von Geständnissen in den Verfahren hin. Gewürdigt werden müsse auch, dass der Schaden in der Familie blieb: Betroffen waren nur die Gesellschafter der Privatbank, die sich im Besitz der Gründerfamilie befand und heute zur Deutschen Bank gehört.

In dem Fall geht es um Millionenverluste im Zusammenhang mit dem früheren Karstadt-Mutterkonzern Arcandor, die fast zum Zusammenbruch des Bankhauses geführt hatten sowie um ein verlustreiches Immobiliengeschäft.

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