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RICS fordert Maklerrechtsreform in Deutschland

Deutsche Immobilienmakler leiden unter einem schlechten Ruf
Bild: Barbara Eckholdt ⁄

Der Berufsverband RICS fordert von der neuen Bundesregierung eine Reform des Maklerrechts in Deutschland in acht Punkten. Demnach sollen etwa ein einheitlicher Fachkundennachweis und eine Haftpflichtversicherung für Makler obligatorisch werden.

"Weder in Deutschland noch auf internationaler Ebene haben deutsche Immobilienmakler einen guten Ruf", so Gerhard K. Kemper, Mitglied des Vorstandes der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) Deutschland. Es gebe keinen gesetzlich vorgeschriebenen Fachkundenachweis; das deutsche Maklerrecht sei antiquiert und erlaube in der Praxis Vorgehensweisen, die zu Recht bei den Vertragspartnern von Immobilienmaklern auf mehr als nur Unverständnis stoßen.

Einheitlicher Fachkundennachweis

Gefordert wird zunächst ein einheitlicher Fachkundenachweis, einschlägige Berufserfahrung und eine Haftpflichtversicherung als Voraussetzung für eine selbstständige Maklertätigkeit.

Die derzeit notwendige Gewerbeerlaubnis setze zwar Unbescholtenheit und Zuverlässigkeit als alleinige Eignungskriterien voraus. In der heutigen Immobilienwelt sei das nicht genug, um den wirtschaftlichen Schaden zu vermeiden, der durch fehlerhafte Maklerleistung entstehen könne.

Formerfordernis für Maklerverträge

Die gängige Praxis des im Exposé versteckten Angebots eines Maklervertrags, das durch konkludentes Handeln angenommen wird, sorge für unklare Vertragsverhältnisse. Meistens sei außer der Provisionshöhe wenig geregelt. Es müsse gesetzlich festgelegt werden, dass Maklerverträge in Schrift- oder Textform abgefasst sein müssen, um gültig zu sein.

Legitimierung der Maklertätigkeit von der nicht provisionspflichtigen Seite

In der Praxis findet man häufig, dass Kauf- und Mietinteressenten Maklerangebote erhalten, ohne dass sie dazu ihre Zustimmung gegeben haben. Auf der anderen Seite werden Immobilien und Mietflächen angeboten, ohne dass die Vermieter/Verkäufer davon wissen, geschweige denn zugestimmt haben.

Neben dem eindeutigen Maklervertrag mit der provisionspflichtigen Partei, solle auch die Zustimmung der anderen Partei zumindest in Textform vorliegen, bevor der Makler tätig werde. Das solle auch eine Voraussetzung für das Entstehen einer Provisionsforderung sein.

Einseitige Interessenvertretung als Leitbild des Immobilienmaklers

Um die zwangsläufig entstehenden Interessenkollisionen zu vermeiden, die bei Doppeltätigkeit entstehen, solle der Makler eindeutig die Interessen nur einer Seite der Transaktion vertreten. Da dies häufig gängigen Praxis widerspreche, solle für eine Übergangszeit die Doppeltätigkeit weiterhin erlaubt sein unter der Voraussetzung, dass die Doppeltätigkeit und die von beiden Seiten geforderte Provisionshöhe vor Aufnahme der Maklertätigkeit schriftlich offengelegt wird, und beide Parteien dieser Doppeltätigkeit in Schrift- oder Textform zustimmen.

Vermittlung von Verträgen als Standard Makler-Leistung

Die Vermittlung von Verträgen als Standard Makler-Leistung sowie der Nachweis als alleinige Maklertätigkeit soll auf Fälle beschränkt werden, in denen der Auftraggeber dem ausdrücklich zugestimmt hat. Dass Nachweis und Vermittlung im geltenden Maklerrecht gleichwertig als vertraglich geschuldete Maklerleistung nebeneinander stünde, führe zu der inakzeptablen Situation, dass sich Markteilnehmer gegen ungefragte Angebote wehren müssen, um nicht später eventuell provisionspflichtig zu werden. Nachweis als alleinige Grundlage einer provisionspflichtigen Maklerleistung sollte nur dann möglich sein, wenn die provisionspflichtige Partei diesem ausdrücklich vor Beginn der Maklertätigkeit zumindest in Textform zugestimmt hat.

Freie Vereinbarkeit von erfolgsunabhängigen Honoraren

Die freie Vereinbarkeit von erfolgsunabhängigen Honoraren, Aufwendungsersatzansprüchen und Verpflichtungen der Auftraggeber im qualifizierten Alleinauftrag (Verweisung- und Hinzuziehungspflichten, Provisionspflicht bei Eigenverkauf) sind international längst Usus, werden in Deutschland aber immer noch von den Gerichten verworfen.

Beauftragung von Untermaklern

Für die Beauftragung von Untermaklern (Gemeinschaftsgeschäfte) müsse die Zustimmung des Auftraggebers vorher eingeholt werden, um ungewünschte Mehrfachangebote von verschieden Maklern an die gleichen Interessenten zu vermeiden, sollte die Beauftragung von Untermaklern zustimmungspflichtig sein.

Freie Vereinbarkeit der Provisionsmodalitäten und -höhen

Marktmechanismen seien am besten geeignet, marktkonforme Vergütungshöhen zu etablieren. Ausgenommen davon sei die heutige Regelung des Miethöhegesetzes, das die Provision bei Wohnungsvermietung auf zwei Monatsmieten begrenzt.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienmakler, Immobiliendienstleister

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