Die RICS wird als einzige Organisation der Immobilienwirtschaft mit der Europäischen Kommission das Klassifizierungssystem "EU-Nachhaltigkeits-Taxonomie" entwickeln. In der "Technischen Arbeitsgruppe für nachhaltige Finanzierung" sind 34 weitere Mitglieder aus der Zivilgesellschaft, von Universitäten, Unternehmen und aus dem Finanzsektor. Geplant ist auch die Schaffung eines Standards für nachhaltige Anleihen ("EU Green Bond Standard").  

Der "EU Green Bond Standard" zielt auf höhere Transparenz bei der Veröffentlichung klimarelevanter Informationen und die Entwicklung kohlenstoffarmer Indizes. Die Indizes sollen Asset- und Portfoliomanagern als Benchmark für klimafreundliche Investitionsstrategien dienen.

"Die Refinanzierung von nachhaltigen Projekten und Unternehmen via Green Bonds ist in Deutschland bislang insbesondere durch die KfW und in Form des Grünen Pfandbriefes bekannt geworden", sagt Sabine Georgi, Leiterin Business Development und Politikberatung bei der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) in Deutschland. "Um nachhaltige Investitionen im Immobilienbereich voranzubringen, kann ein solches Instrument nur begrüßt werden. Bislang fehlen allerdings die Standards."

Kick-off-Meeting in Brüssel

Die Arbeitsgruppe hielt letzte Woche in Brüssel ihr erstes Kick-off-Meeting zur Umsetzung des europäischen Aktionsplans für nachhaltige Finanzierung ab. Das Mandat der Mitglieder läuft bis zum 30.6.2019, mit der Option einer Verlängerung bis Ende des Jahres.

"Die Arbeitsergebnisse der Gruppe werden wesentliche Bausteine für eine umfassende Strategie zur nachhaltigen Finanzierung sein", sagt Zsolt Toth, EU Public Affairs Manager, für die RICS Mitglied in der Technischen Expertengruppe. "Wir haben ein starkes Interesse an der Förderung von Transparenz, konsistenten Messgrößen sowie hochwertigen technischen und professionellen Standards, die eine fundierte Investorenentscheidung ermöglichen und den Business Case für nachhaltige Investitionen in Immobilien stärken."

Vor dem Hintergrund des Rückzugs der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat Europa beschlossen, dass mehr Mittel für nachhaltige Projekte bereitgestellt werden. Deshalb hat die EU-Kommission im März 2018 den Aktionsplan zur Finanzierung von nachhaltigem Wachstum lanciert.

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