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RICS begrüßt geplanten Sachkundenachweis für Makler

RICS: Das Know-how sollte auch im weiteren Berufsleben aktuell gehalten werden
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Interessenverband Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) Deutschland begrüßt grundsätzlich die geplante Einführung eines Sachkundenachweises für Makler und Verwalter. Zudem fordert der Verband, die deutsche RICS-Mitgliedschaft im Sachkundeverfahren anzuerkennen.

Mitte Juli hat das Bundeswirtschaftsministerium einen Referentenentwurf zur Einführung einer Berufszulassungsregelung und eines Sachkundenachweises für Immobilienverwalter und Makler vorgelegt.

Die RICS Deutschland unterstützt die Einführung des Sachkundenachweises vor Erteilung einer Gewerbeerlaubnis und die geplante Neuregelung des § 34c Gewerbeordnung. Aus Sicht des Verbandes ist es richtig, wenn der deutsche Gesetzgeber nun auch für die Immobilienberufe des Maklers und Verwalters die Qualifikation der Berufsangehörigen im Sinne einer professionellen Berufsausübung in den Mittelpunkt stellt.

Der Gesetzesentwurf greift nach Auffassung der RICS Deutschland allerdings zu kurz. Der Verband plädiert für eine Fortbildungspflicht. „Wir halten es für erforderlich, das Wissen nicht nur bei Erteilung der Gewerbeerlaubnis unter Beweis zu stellen. Das Know-how sollte auch im weiteren Berufsleben aktuell gehalten werden“, so Martin Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der RICS Deutschland.

RICS: Mitgliedschaft als Sachkundenachweis anerkennen

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass alle Immobilienmakler sowie Verwalter – auch die bereits tätigen – ihre Sachkunde nachweisen müssen. Nur „alte Hasen“, die länger als sechs Jahre ununterbrochen tätig waren, sollen vom Sachkundenachweis befreit sein. Der RICS geht das nicht weit genug: Der Verband fordert, dass alle deutschen RICS-Mitglieder automatisch als sachkundig gelten und von der Sachkundeprüfung befreit werden und führt europäisches Recht an.

Die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie teile Berufe in reglementierte und nicht reglementierte Berufe ein. Für RICS-Mitglieder in Großbritannien gelte, dass alle Mitglieder dort als „reglementierter Beruf“ in Europa anerkannt werden. Gleiches gelte für die RICS Irland. Da die deutschen Mitglieder die gleichen Standards erfüllten, müsse diese Regelung auch auf die deutschen RICS-Mitglieder ausgedehnt werden. Die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie besage, dass die Ausbildung eines Angehörigen eines reglementierten Berufes in jedem EU-Land anerkannt werde und dieser dort tätig werden dürfe. Eine weitere Sachkundeprüfung sei nicht erforderlich.


Nachtrag: Am 31.8.2016 hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf beschlossen

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Makler, Sachkundenachweis, Immobilienverwalter

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