Rheinland-Pfalz soziale Wohnraumförderung 

Am 1. Mai traten in Rheinland-Pfalz die Anpassungen der Programme zur sozialen Wohnraumförderung in Kraft getreten. Angehoben wurden die Grunddarlehen für den Bau und die Modernisierung von bezahlbaren Mietwohnungen durch höhere Tilgungszuschüsse. Gefördert wird auch der Eigentumserwerb.

In diesem und im kommenden Jahr werden nach Angaben des Finanzministeriums Rheinland-Pfalz  unter bestimmten Bedingungen 300 Millionen Euro pro Jahr für die soziale Wohnraumförderung zur Verfügung gestellt. Zuständig ist die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) in Mainz. Das Land reagiert mit den Anpassungen unter anderem auf Kostensteigerungen beim Wohnungsbau.

"Um die gestiegenen Baukosten abzubilden, werden die Grunddarlehen bei der Mietwohnungsbauförderung, bei der Förderung des Baus von Wohngruppen und Wohngemeinschaften sowie Studierendenwohnheimen angehoben." Doris Ahnen, Finanz- und Bauministerin Rheinland-Pfalz

Gefördert werden der Wohnungsneubau, Modernisierungen von Bestandswohnungen, aber auch der Eigentumserwerb und der Kauf von Genossenschaftsanteilen durch Selbstnutzer.

Mietwohnraumförderung

Die Mietwohnraumförderung setzt Belegungs- und Mietbindungen voraus. Die Tilgungszuschüsse sind dann nach Mietenstufen gestaffelt und je nach Zweckbestimmung oder Miet- und Belegungsbindung ausgestaltet. Die Höhe der Zuschüsse bewegt sich zwischen fünf und 30 Prozent der Grunddarlehen. Bezogen auf Zusatzdarlehen werden Tilgungszuschüsse landesweit einheitlich (in Höhe von bis zu 25 Prozent) gewährt.

Die Tilgungszuschüsse werden auch für die Förderung von Studierendenwohnheimen, Wohngruppen und Wohngemeinschaften sowie für Modernisierungen und die Schaffung neuen Wohnraums für Flüchtlinge und Asylanwärter bereitgestellt. 

Soziale Wohneigentumsförderung

Die Förderung von selbst genutztem Wohnraum erfolgt mit zinsverbilligten Darlehen der ISB und Tilgungszuschüssen. Gefördert werden der Neubau, der Ersterwerb, der Ersatzneubau, der Ankauf, der Ankauf mit baulichen Maßnahmen (Ausbau, Umwandlung, Umbau, Erweiterung oder Modernisierung), der Ausbau, die Umwandlung, der Umbau oder die Erweiterung. Tilgungszuschüsse werden hier in Höhe von bis zu 7,5 Prozent des Darlehens gewährt. Auch der Erwerb von Genossenschaftsanteilen wird gefördert.

Für die Modernisierung von selbstgenutztem Wohnraum sollen Tilgungszuschüsse in Höhe von bis zu 15 Prozent gewährt werden. Profitieren sollen von den angepassten Förderprogrammen letztlich Haushalte mit geringem und mittlerem Einkommen. 

"Mit den Anpassungen bei der Förderung von selbst genutztem Wohneigentum wollen wir noch mehr Haushalte, insbesondere junge Familien, bei der Bildung von Wohneigentum unterstützen." Doris Ahnen, Finanz- und Bauministerin Rheinland-Pfalz

Bauliche Maßnahmen können jetzt unabhängig davon, ob es sich um Ausbau, Umwandlung, Umbau, Erweiterung oder um Modernisierung handelt, bereits gemeinsam mit einem Ankauf von Wohneigentum mit nur einem ISB-Darlehen "Wohneigentum" gefördert werden. Diese Änderungen soll zudem der Verwaltungsvereinfachung dienen.

>> Übersicht über die Tilgungszuschüsse

Wohnungswirtschaft sieht weiteres Potenzial

Der Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW Rheinland Westfalen) wertet die Anhebung der Förderdarlehen und Tilgungszuschüsse angesichts stark steigender Baukosten als positives Signal für seine Mitgliedsunternehmen und -genossenschaften.

Nachbesserungpotenzial sieht der VdW Rheinland Westfalen allerdings in der Stärkung des ländlichen Raums: Die soziale Wohnraumförderung sollte auch jenseits der Hotspots attraktiv und aus Bauherrensicht rentabel aufgestellt werden, um auch sogenannte Ankerstädte zu stärken.

"Qualitativer Ersatzwohnungsbau und moderner Neubau, der für ältere wie junge Menschen bezahlbar ist, wird auch dort dringend benötigt. In diesen Fällen schwächelt das klassische Förderangebot, nicht zuletzt wegen einschlägiger EU-Vorgaben." Alexander Rychter, VdW-Verbandsdirektor

Hier muss neu und kreativ, auch außerhalb des gängigen Systems, gedacht werden, so Rychter abschließend.


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Schlagworte zum Thema:  Wohnraum, Fördermittel, Wohnungsbau