28.11.2012 | Berlin

Ramsauer: 70.000 Studentenwohnungen fehlen - Länder in der Pflicht

Peter Ramsauer: "Länder in der Pflicht"
Bild: BMVBS/Frank Ossenbrink

Bundesbauminister Peter Ramsauer geht davon aus, dass in den Hochschulstädten insgesamt 70.000 bezahlbare Unterkünfte für Studierende fehlen. Man müsse die Defizite "Stück für Stück abbauen". Der Politiker und sieht vor allem "die Länder in der Pflicht".

Nach dem ersten Runden Tisch mit Vertretern von Bund, Ländern, Kommunen und der Wohnungswirtschaft am Dienstag in Berlin sicherte Ramsauer zu, auch der Bund werde sich "nicht wegducken". Bis zu einer zweiten Gesprächsrunde im Frühjahr will er verschiedene Vorschläge prüfen lassen.

Dabei geht es unter anderem um den Umbau leerer Kasernen im Umkreis von Hochschulstädten, die Nutzung von Bundes-Grundstücken zum Bau von Studentenwohnungen, zinsgünstige Kredite der staatlichen Förderbank KfW und die "Mobilisierung von Privatengagement". Das Problem verglich er mit einem "schwerfälligen Tanker", der nicht sofort umzusteuern sei.

Keine Neuauflage des Bund-Länder-Programms vorgesehen

Auf die Forderung des Deutschen Studentenwerkes (DSW) nach Neuauflage eines Bund-Länder-Programms mit Zuschüssen zum Bau von preiswerten Wohnheimplätzen ging Ramsauer nicht ein. Vor allem für Erstsemester werden nach DSW-Angaben mindestens 25.000 Plätze zusätzlich benötigt. Solchen Wohnraum vermietet das Studentenwerk zu Preisen zwischen 220 und 230 Euro monatlich in seinen Heimen.

"Dass der Bund kein Geld bereitstellen möchte, begrenzt die Handlungsoptionen extrem", sagte die Vertreterin des studentischen Dachverbandes "fzs", Katharina Mahrt, nach dem Treffen. DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sprach von einem "ersten Schritt in die richtige Richtung". Der Runde Tisch werde dann ein Erfolg, "wenn er zum zwingend erforderlichen Bund-Länder-Programm führt".

Trotz der Föderalismusreform von 2006 kann der Bund laut Grundgesetz befristete Projekte und Programme an den Hochschulen fördern. Er darf allerdings keine Daueraufgaben übernehmen.

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