11.07.2013 | Unternehmen

Praktiker ist pleite - Max Bahr nicht betroffen

Die ertragsstarke Praktiker-Tochter Max Bahr ist nicht betroffen
Bild: Max Bahr

Die Baumarktkette Praktiker ist zahlungsunfähig. Das teilte die Gesellschaft am Mittwochabend mit. Das Tochterunternehmen Max Bahr sowie das Auslandsgeschäft sind von der Insolvenz nicht betroffen, ließ der Vorstand verlauten.

Verhandlungen über weitere Sanierungsfinanzierungen seien gescheitert, hieß es. Einzelne Gläubigergruppen hätten diesen nicht zugestimmt. Der Vorstand werde nun für die Unternehmensgruppe prüfen, bei welchen Gesellschaften Insolvenzanträge zu stellen seien. Die Ergebnisse dieser Prüfung sollten so bald wie möglich veröffentlicht werden.

Praktiker war durch eine fehlgeschlagene Rabattstrategie in eine schwere Krise geraten und seit langem angeschlagen. Erst am Mittwoch hatten die "Welt" und das "Hamburger Abendblatt" in ihren Online-Ausgaben berichtet, die Finanzlage habe sich dramatisch verschärft.

Obi will Praktiker nicht übernehmen

In dem Schreiben des Praktiker-Vorstands an die Mitarbeiter, das der dpa am Mittwochabend vorlag, heißt es weiter, in Kürze würden die Geschäftsleitungen für die Praktiker AG und mehrere operative Teilgesellschaften beim zuständigen Amtsgericht die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragen. Das zuständige Insolvenzgericht werde voraussichtlich nach Antragstellung kurzfristig einen vorläufigen Insolvenzverwalter einsetzen.

Die Baumarktkette Obi will den kriselnden Konkurrenten Praktiker nicht übernehmen. "Wir werden mit Sicherheit keine Kette übernehmen", sagte der Chef des Obi-Mutterkonzerns Tengelmann, Karl- Erivan Haub, am Donnerstag bei seiner Bilanzvorlage in Mülheim an der Ruhr. Das Exposé zu Praktiker habe man vier Mal auf dem Tisch gehabt.

"Es wurde zwar immer preiswerter, aber nicht besser", betonte er. Obi könnte möglicherweise an einigen guten Standorten interessiert sein. Wie viele Praktiker-Filialen infrage kämen, sagte er jedoch nicht. Der Tengelmann-Konzernchef sprach von einer Marktbereinigung, die sich nicht nur in Deutschland abspiele. "Es es gibt kaum ein Land, wo uns nicht Baumarktketten angeboten werden", so Haub. Man prüfe diese Dinge mit Augenmaß. So habe Obi drei Baumärkte in Ungarn übernommen.

Schlagworte zum Thema:  Insolvenz

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