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GSW-Vorstandschef Kottmann gibt auf

Bernd Kottmann
Bild: GSW

Bernd Kottmann, der Vorstandchef des Immobilienunternehmens GSW, legt zum 15. Juli sein Amt nieder. Das teilte das Unternehmen am Dienstagabend nach der Aufsichtsratssitzung mit. Auch, dass der Aufsichtsratsvorsitzende Eckart John von Freyend am 31. Juli ausscheidet.

Das Unternehmen war in eine Führungskrise geraten, nachdem Kottmann auf Betreiben des niederländischen Pensionsfonds PGGM bei der Hauptversammlung vor einer Woche von den Aktionären das Vertrauen entzogen worden war. Bei Freyend war der Versuch gescheitert.

Der niederländische Pensionsfonds PGGM soll Freyend früheren Aussagen eines GSW-Sprechers zufolge vorwerfen, den erst seit Mitte April amtierenden Vorstandsvorsitzenden Kottmann zu schnell ausgewählt zu haben. Kritisch sieht der Fonds demnach auch, dass Freyend und Kottmann bis 2006 gemeinsam beim Immobilienunternehmen IVG gearbeitet hatten.

Externe Berater suchen nach Nachfolgern

Am Markt sorgte die Klarheit im Tauziehen um die neue Führung offenbar für Erleichterung. Die Papiere der Berliner kletterten im mit einem Plus von mehr als fünf Prozent an die MDax-Spitze. Seit der Hauptversammlung hatte der Kurs um rund zwei Prozent nachgegeben. Händler hatten das Votum der Aktionäre damals als "Tiefschlag" für den Aufsichtsrat bezeichnet.

Eine neue Spitze für Aufsichts- und Führungsgremium sucht das Unternehmen nun "kurzfristig" mithilfe externer Berater. Die Vorstände Jörg Schwagenscheidt und Andreas Segal führen in der Zwischenzeit die Geschäfte. Der Aufsichtsrat will zudem einen unabhängigen Gutachter beauftragen, um den Auswahlprozess des früh gescheiterten Kottmann zu durchleuchten.   

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