10.06.2014 | Personalie

BLB-Chef Rolf Krähmer muss Amt abgeben

NRW-Landtag in Düsseldorf: Krähmer kehrt ins Finanzministerium zurück
Bild: I. Rasche ⁄

Rolf Krähmer, Geschäftsführer des BLB Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW, wurde von Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) von seinem Posten abberufen. Er werde zum 1. Juli ins Finanzministerium zurückkehren, teilte eine Sprecherin der nordrhein-westfälischen Landesregierung mit. Geschäftsführer Martin Chaumet werde den BLB vorerst alleine führen.

Krähmer hatte dem Bericht zufolge zugegeben, den BLB-Verwaltungsrat über eine enorme Kostensteigerung eines Bauprojekts erst mit Monaten Verspätung informiert zu haben. Der Landesrechnungshof hatte die Landesregierung in Sachen BLB am Donnerstag zum Handeln aufgefordert: Trotz wiederholter Hinweise werde der BLB bei Grundstückskäufen noch immer nicht wirksam kontrolliert.

Walter-Borjans trat am Freitag dem Eindruck entgegen, untätig geblieben zu sein. Eine Reihe von Maßnahmen seien bereits 2010 und 2011 realisiert worden, die Gespräche über eine zweite Phase der BLB-Reform seien im Gange.

Der Minister sprach sich dafür aus, die Fachaufsicht im Finanzministerium über den BLB personell zu verstärken. Das hatte ihm der Landesrechnungshof in seinem jüngsten Sonderbericht nahegelegt. Laut Rechnungshof ist dem Steuerzahler allein beim Ankauf der Flächen der ehemaligen Dombrauerei in Köln durch den BLB ein Schaden von mindestens 36 Millionen Euro entstanden.

Im Zusammenhang mit diesem und anderen Immobiliengeschäften des Landesbetriebs BLB ermittelt die Wuppertaler Staatsanwaltschaft seit Jahren wegen Korruptionsverdachts gegen eine Reihe von Verdächtigen. Die Bauvorhaben sollen regelmäßig verraten und die Grundstücke von Zwischenhändlern aufgekauft worden sein. Mit erheblichen Aufschlägen soll der BLB sie dennoch erworben haben. Aus den Aufschlägen sollen millionenschwere Schmiergeldtöpfe gespeist worden sein.

Schlagworte zum Thema:  Personalie, Immobiliendienstleister

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