Demokratie lebt nicht nur davon, die Regierung mal machen zu lassen. Demokratie braucht jeden. Auch Immobilien­unternehmen gehören dazu und diejenigen, die dort arbeiten, denn auch sie wollen auch in Zukunft stabile politische Rahmenbedingungen und sichere Märkte.

Die Mitglieder des Deutschen Verbandes für Wohnungs­wesen, Städtebau und Raumordnung e.V. spiegeln diesen gemeinschaftlichen Ansatz. Sie setzen sich zusammen aus Vertretern des Privatsektors, insbesondere der Immobilienwirtschaft, aber auch der öffentlichen Hand und der Zivilgesellschaft.

Deutscher Verband spricht sich für Engagement aus

Für den Präsidenten des Verbandes, Dr. Jürgen Heyer, ist es daher kein Widerspruch, wenn sich öffentliche Hand, Immobilienwirtschaft und Zivilgesellschaft gleichermaßen für ein nationales Symbol wie die Paulskirche engagieren. Dies sollte sich nach Heyers Auffassung nicht allein auf das Sanierungs- und Nutzungskonzept beschränken, sondern auch auf deren Finanzierung.
Diese Auffassung vertritt auch Dr. Andreas Mattner, Präsident Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) und Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Er betont, bürgerschaftliches Engagement und engagierte demokratische Institutionen seien für die Zukunft der Paulskirche ebenso wichtig wie ein Engagement der Immobilienbranche.

„Geschichte ist ein wesentlicher Aspekt unserer Städte und Gemeinden. Stadtprägende Wahrzeichen wie die Paulskirche in Frankfurt sind schützenswert. Der Erhalt dieser Gebäude sollte im Interesse aller liegen." Dr. Andreas Mattner, Präsident Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA)

Eine Diskussion, wer die Verantwortung dafür zu tragen habe, sei wenig zielführend: "Vielmehr sollte es darum gehen, gemeinsame Lösungen zu finden, um diese besonderen und nicht rekonstruierbaren Denkmäler für unsere nachfolgenden Generationen zu erhalten. In meiner Heimatstadt Hamburg findet sich nicht selten in solchen Fällen ein Mäzen, der gemeinsam mit der Kommune helfend tätig wird.“

Konsens zwischen politischen Akteuren und der Immobilienwirtschaft

Der große Konsens zwischen politischen Akteuren und Vertretern der Immobilienwirtschaft zur Bedeutung und Zukunft der Paulskirche ist bemerkenswert. In jedem Fall ist er eine gute Grundlage, sie von einer maroden Stadtkirche mit altbackener Ausstellung zu einem Leuchtturm für die Demokratie zu machen, der Richtung gibt in politisch stürmischen Zeiten und zu einem positiven Erinnerungsort wird, der Denkanstöße gibt.

Die bekannte Journalistin, Kriegsberichterstatterin und Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal setzt sich für eine gleich­berechtigte, pluralistische Gesellschaft in der arabischen Welt ein. Sie sagt, in vielen Teilen der Welt wären Menschen dankbar für ein einigendes und positives Symbol wie die Paulskirche.

Die Immobilienbranche sollte Verantwortung übernehmen

Wie gesagt, die Paulskirche ist auch eine Immobilie. Was liegt da näher, als dass auch die Immobilienbranche hier Verantwortung übernimmt, und zwar nicht nur über Spenden und hohe Qualität bei der Sanierung?
Wenn sie  – sei es über den Deutschen Verband, den ZIA oder eine andere Vereinigung – mit die Initiative ergreifen würde, wäre das ein starkes Zeichen für die Demokratie. Denn am Ende des Beitrags ist doch deutlich geworden: Das Interesse der Branche an stabilen politischen Rahmenbedingungen lebt.

Lesen Sie weiter:

Kapitel 1: Paulskirche: Im nächsten Jahr geschlossen?

Kapitel 2: Die Paulskirche als positiver Erinnerungsort

Kapitel 3: Nennenswerte Zuschüsse für die Sanierung fehlen

Schlagworte zum Thema:  Sanierung, Förderung