| Bericht

Österreichischer Investor an 600 Schlecker-Filialen interessiert

Wird aus Schlecker "Tante Emma"?
Bild: Gerd Altmann ⁄

Rudolf Haberleitner will im kommenden Jahr aus bis zu 600 Schlecker-Filialen moderne Tante-Emma-Läden machen. Das sagte der Wiener Finanzinvestor "Handelsblatt Online".

"Ich gehe davon aus, dass wir Ende nächsten Jahres, abhängig von der Geschwindigkeit unserer Expansion, in Deutschland bis zu 3.000 Mitarbeiter beschäftigen werden", so Haberleitner im Bericht. Arndt Geiwitz, Schlecker-Insolvenzverwalter, bot ihm dabei Unterstützung an.

Haberleitner ist nach eigenen Angaben ein erfolgreicher Firmensanierer. Mit der Investmentgesellschaft TAP 09 hatte er im August bereits 1.350 Filialen in Österreich und anderen europäischen Ländern vom Schlecker-Insolvenzverwalter übernommen. Sie wurden zu einem Nahversorger namens "Dayli" umgebaut. Vor etwa einer Woche stieg der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic mit 50 Prozent bei "Dayli" ein. Gemeinsam wollen sie jetzt das Konzept nach Deutschland bringen.

Neue Shops in Städten ab 5.000 Einwohnern

"Für mich hat das Ganze keinen kaufmännischen Aspekt, es geht mir um den humanitären Gedanken", sagte Haberleitner der Deutschen Nachrichtenagentur dpa. Er wolle den Menschen den Nahversorger wiedergeben.

Die neuen Shops sollen in Städten ab 5.000 Einwohnern im Zentrum alles bieten, was man für das tägliche Leben braucht. Was nicht im Laden vorrätig ist, soll laut Haberleitner über ein eigenes System für den nächsten Tag bestellt werden können.

Von Schlecker übernimmt der Investor nur die Standorte, die er bei den jeweiligen Hauseigentümern anmietet. 484 habe er sich bereits gesichert, bis Ende 2013 könnten es bis zu 600 werden, so Haberleitner. Die neuen Läden sollen im kommenden Jahr zunächst in Südbayern, dem südlichen Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und Brandenburg entstehen.

Schlagworte zum Thema:  Insolvenz, Einzelhandel, Investor

Aktuell

Meistgelesen