Gleich welches Geschlecht oder welcher Herkunft: Jeder Mitarbeiter kann ein Erfolgsgarant fürs Unternehmen sein, meint der ZIA. Bild: clipdealer.de

Politiker nutzten die Wahlkampfphase, um sich am Weltfrauentag für die Gleichberechtigung der Frau einzusetzen. Doch auch die Immobilienwirtschaft schläft nicht: So hat der Branchenverband ZIA gerade den Ausschuss Diversity gegründet. Und der Berufsverband RICS will den Frauenanteil in den Unternehmen erhöht wissen. Aufklärung betreibt auch der Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft mit vielen Veranstaltungen.

Die "Immofrauen" wollen mit den Veranstaltungen anlässlich des Weltfrauentages auf die Situation der Frauen in der Immobilienwirtschaft aufmerksam machen. Die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen sei vielerorts noch kein Ziel in der Strategie der Unternehmen, sagt Christine Hager, Vorstandsvorsitzende im Verein Frauen in der Immobilienwirtschaft und Redos-Geschäftsführerin.

So organisierte der Verein am Weltfrauentag am 8. März zeitgleich in Hamburg, Köln und Dresden Business-Lunch-Termine, bei denen sich Immobilienfrauen austauschen konnten. In Magdeburg gab es am 9. März ein Event zum Thema “Über-Blicke: Frauen gestalten die urbane Skyline”, in Berlin wurde zum Thema “Immobilie und Architektur trifft Mode und Accessoires” genetzwerkt.

Die Politik macht sich für die Frauen stark

Martin Schulz (61) versprach in Berlin bei einem SPD-Empfang anlässlich des Weltfrauentags, dass er die Hälfte der Ministerposten mit Frauen besetzen wolle, sollte er Kanzler werden.

Die sozialdemokratische Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig hat zum Weltfrauentag dazu aufgerufen, Frauenrechte gegen reaktionäre Kräfte zu verteidigen und forderte in einem Gastbeitrag in der "Schweriner Volkszeitung" unter anderem gleichen Lohn für gleiche Arbeit, einen besseren Mutterschutz und ein Rückkehrrecht aus Teilzeit.

Schwesig und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) haben außerdem eine erste jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen vorgelegt und kommen zu dem Schluss, dass die gesetzliche Frauenquote erste Wirkung zeigt. Aufschluss gibt der Gleichstellungsindex des Statistischen Bundesamts.

Der Weltfrauentag wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19.3.1911 in Deutschland und in Nachbarländern organisiert. 1977 erkannte die UN-Generalversammlung den 8. März als Internationalen Frauentag an.

Diversity = "good for business"?

„Das Thema Vielfalt führt in vielen Unternehmen der Immobilienwirtschaft bislang ein Schattendasein. Dabei ist Diversity ‚good for business‘“, erklärt Bärbel Schomberg, Vizepräsidentin des ZIA und designierte Vorsitzende des Ausschusses Diversity.

Gerade in Zeiten des Mangels an qualifizierten Fachkräften und vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland sollte die Immobilienwirtschaft Wachstumsperspektiven in alle Richtungen erschließen. Dabei werde Diversity Management für die Immobilienwirtschaft immer wichtiger.

Herkunft, Religion, Ethnie oder sexuelle Orientierung sollten egal sein

Jeder Mitarbeiter, gleich welcher Herkunft, Religion, Ethnie, Altersgruppe, sexueller Orientierung oder körperlicher Voraussetzung könne ein Erfolgsgarant für die Unternehmen der Immobilienwirtschaft sein, meint Schomberg. Der neue ZIA-Ausschuss plant unter anderem, einen Branchenkodex zu formulieren, der eine Guideline zum Thema Diversity in den Unternehmen der Immobilienwirtschaft sein soll.

Auch ein höherer Frauenanteil bedeutet Diversität in der Belegschaft

Auch die RICS Royal Institution of Chartered Surveyors hat es sich zum Ziel gesetzt, die Diversität in der Belegschaft von Immobilienunternehmen zu fördern. Ein Aspekt ist der Frauenanteil.

Bislang haben nach einer ZIA-Auswertung lediglich 20 Prozent der Immobilienunternehmen einen verbindlichen Umsetzungsplan zur Erhöhung des Frauenanteils. Der Anteil der Frauen innerhalb der ersten beiden Führungsetagen beträgt nur etwa 15 Prozent. Woran das liegt und wie sich die Situation ändern kann, das war Thema eines Round-Table-Gesprächs der RICS auf der Expo Real 2016 in München. Die fünf Teilnehmerinnen waren sich einig, dass sich in den Köpfen durchaus schon etwas geändert habe.

Aber nach wie vor sei es schwierig, in Führungspositionen nur Teilzeit zu arbeiten. Deshalb müsse es unbedingt flexiblere Arbeitszeitmodelle geben, forderten sie. Ungleichheiten gebe es außerdem beim Thema Vergütung: Frauen seien nach wie vor schlechter gestellt als ihre männlichen Kollegen. Insgesamt, so resümierten die Diskussionsteilnehmerinnen, sei es wichtig, den Prozess, der bereits begonnen habe, weiter ins Rollen zu bringen.

Schlagworte zum Thema:  Personal, Diversity

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