Nemetschek hat beim US-Tochterunternehmen kräftig Ertragssteuern gespart Bild: mauritius images / Wolfgang Filser /

Das auf die Baubranche spezialisierte Softwareunternehmen Nemetschek will weitere Firmen kaufen. "Wir bauen keine Ruhepause ein", sagte Vorstandssprecher Patrick Heider der "Börsen-Zeitung". Nemetschek könnte laut Heider "bis zu 300 Millionen Euro Eigen- und Fremdmittel mobilisieren, um weitere Unternehmen zuzukaufen". Im Fokus hat das Unternehmen Deutschland, die USA, Europa und Asien. "Und zwar in dieser Reihenfolge", so Heider.

Die USA machten mittlerweile rund 30 Prozent des Konzernumsatzes aus. Auf Asien entfielen zehn Prozent. Rund 30 Prozent der Erlöse erwirtschaftet Nemetschek in Deutschland, der Gesamtanteil in den anderen europäischen Ländern ist ebenso hoch.

In der dynamischen Branche seien die Möglichkeiten einfach zu gut, um nicht weiter durch Übernahmen zu wachsen, teilt Heider zudem mit. Zusätzliche Übernahmen seien "problemlos" zu finanzieren: "Wir stemmen Zukäufe je nach Größe aus Krediten und eigenen Barmitteln". Als Wachstumstreiber bezeichnete er die Digitalisierung und gesetzliche Regularien für die Planung von Bauprojekten mit Hilfe von Software. Der Manager bezeichnete die Wettbewerbslage als insgesamt stabil.

Nemetschek macht mehr Gewinn dank US-Steuerreform

Die Umsätze legten zwischen Januar bis März im Vorjahresvergleich aber nur um 6,2 Prozent auf 102,2 Millionen Euro zu, wie das Münchner Unternehmen mitteilt. Die Erwartungen von Analysten wurden damit verfehlt, genauso wie beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), das um 5,9 Prozent auf 27,9 Millionen Euro geklettert war.

Ohne den Gegenwind von der Währungsseite hätte Nemetschek mehr als doppelt so stark zugelegt, schrieb Baader-Analyst Knut Woller in einer ersten Einschätzung. An der Börse hatte die Aktie im frühen Handel des 27. April leicht zugelegt. Für einen nennenswerten Kursschub seien die Ergebnisse aber zu schwach.

Besonders stark war das vierte Quartal 2017: Hier wurde das Ebitda um 47,2 Prozent auf 31,5 Millionen Euro gesteigert. Mit knapp 63 Millionen Euro floss das meiste Geld über die Planungssoftware-Sparte zu. Das größte Wachstum verzeichnete die Bausoftware-Segment, in dem die Erlöse um mehr als ein Viertel auf 32 Millionen Euro stiegen.

Den Jahresausblick bestätigte das Management. Demnach sollen die Erlöse im Jahr 2018 weiterhin auf einen Wert zwischen 447 und 457 Millionen Euro klettern. Bei der Ertragsmarge peilt Nemetschek eine Zielspanne zwischen 25 und 27 Prozent an.

Schlagworte zum Thema:  Software, Software-Anbieter, Immobiliendienstleister, Gewinn, Umsatz

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