Das Frankfurter Wohnungsunternehmen Nassauische Heimstätte will seine Mieten nur noch um maximal ein Prozent pro Jahr erhöhen – für einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren. Die Mietenstrategie, die am 7. November von der Gesellschafterversammlung bestätigt wurde, gelte hessenweit für Haushalte mit mittlerem Einkommen, sagte Priska Hinz, Wohnungsbauministerin und Aufsichtsratsvorsitzende der Unternehmensgruppe.

"Die Nassauische Heimstätte ist eine wichtige Partnerin, wenn es darum geht, in Hessen sozialgeförderten Wohnraum zu schaffen und für bezahlbare Mieten zu sorgen", so Hinz weiter. Die Mietenstrategie müsse nun von der Geschäftsführung umgesetzt werden.

Bei Haushalten mit einem höheren Einkommen, die nicht unter die Ein-Prozent-Regelung fallen, sollen die Anpassungen der Bestandsmieten die Schwelle von 15 Prozent innerhalb von drei Jahren nicht überschreiten. Damit bleibt die Nassauische Heimstätte fünf Prozent unter dem gesetzlich möglichen Rahmen.

Gesellschafterin Hessen verzichtet auf Dividende

Die Mietenbegrenzung umfasst nach Angaben des Unternehmens etwa 75 Prozent der Mieterschaft in den sogenannten frei finanzierten Wohnungen, also Wohnungen, die nicht öffentlich gefördert werden.

Um die Begrenzung zu finanzieren, verzichtet das Land Hessen, das außerdem vor kurzem eine neue Bauordnung verabschiedet hat, als größter Gesellschafter auf die Auszahlung der Dividende. Auch die Stadt Frankfurt will die Mindereinnahmen bei Wohnungen im Stadtgebiet auf diesem Wege ausgleichen.

Öffentlich geförderte Wohnungen im Neubau sollen mehr werden

Im Neubau will das Unternehmen den Anteil an öffentlich geförderten Wohnungen auf durchschnittlich 30 Prozent steigern, in Frankfurt auf 40 Prozent. Für 2.000 Wohnungen, die bis zum Jahr 2023 aus der Bindung fallen würden, wird die Nassauische Heimstätte den Kommunen eine zehnjährige Verlängerung anbieten.

Die hessische Landesregierung in Wiesbaden stellt bis 2020 Fördermittel in Höhe von 1,7 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau bereit. Die Programme und Maßnahmen sind im Masterplan Wohnen gebündelt. Außerdem hat die Regierung das Eigenkapital um 200 Millionen Euro aufgestockt mit dem Ziel, dass die Nassauische Heimstätte in den kommenden fünf Jahren knapp 5.000 Wohnungen baut.

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