10.03.2017 | Miethöhe

Mietspiegel 2017 für München veröffentlicht – SPD fordert Reform

Mietspiegel 2017 für München veröffentlicht: Die Mieten in München gehören seit Jahren zu den höchsten in Deutschland.
Bild: Corbis

Der Mietspiegel für München 2017 wurde veröffentlicht. Demnach beträgt die Durchschnittsmiete in der Stadt mit 11,23 Euro netto 4,7 Prozent mehr als im Mietspiegel 2015 und liegt 10,9 Prozent höher als 2013. Die SPD fordert wegen der hohen Mieten eine Reform des Mietspiegels.

Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) forderte, die Berechnungsgrundlage für den Mietspiegel zu ändern. "Eine Reform des Mietspiegels ist zwingend erforderlich", so Reiter. Ihm zufolge sollten in Zukunft auch die Bestandsmieten in die Berechnung einfließen dürfen.

Die Vorgaben für den Mietspiegel kommen vom Bund. Nach Ansicht der SPD ist es aber an der Zeit, "über eine neue Münchner Lösung" nachzudenken. Die Mieten in München gehören seit Jahren zu den höchsten im ganzen Bundesgebiet. In München etwa liegt die Kaufkraft 36 Prozent über dem Bundesschnitt, die Mieten sind aber 137 Prozent höher.

Mietspiegel München 2017 online verfügbar

Die Stadt München stellt den Mietspiegel 2017 als pdf-Datei online zur Verfügung. Ebenso wird der Mietspiegel als Online-Berechnungsprogramm angeboten.

Mieterverein sieht Mieterhöhungen kommen

Der Mieterverein befürchtet nach Vorlage des neuen Mietspiegels eine neue Runde an Mieterhöhungen. "Mit dem Mietspiegel, der heute im Stadtrat beschlossen wurde, haben viele Vermieter die Legitimation für die nächste Mieterhöhung in die Hand bekommen", heißt es in einer Mitteilung. Nach Angaben des Vereins werden vor allem Wohnungen in Giesing, der Au und Haidhausen teurer.

Haus & Grund beklagt Vernichtung von Daten

Der Eigentümerverband Haus & Grund München sieht die Mieten in München im neuen Mietspiegel nicht realistisch abgebildet. In den Mietspiegel seien unzulässigerweise auch Daten von Sozial- und Genossenschaftswohnungen eingeflossen. Anders lasse sich die Diskrepanz zwischen der Durchschnittsmiete laut Mietspiegel und der tatsächlichen Durchschnittsmiete, die der Verband bei 14,10 Euro pro Quadratmeter sieht, nicht erklären, so Rudolf Stürzer, Vorsitzender Haus & Grund München. Deshalb habe das Sozialreferat der Stadt die Adressdaten der Mieten, die in den neuen Mietspiegel eingeflossen sind, noch vor der Veröffentlichung und Qualifizierung durch den Münchener Stadtrat vernichtet - ein laut Stürzer "bundesweit einmaliger Vorgang".

Mietspiegel definiert ortsübliche Vergleichsmiete

Mit Hilfe des Mietspiegels können Vermieter, Mieter und Gerichte die ortsübliche Vergleichsmiete bestimmen. Die ortsübliche Vergleichsmiete stellt in laufenden Mietverhältnissen die Obergrenze für Mieterhöhungen dar. Seit Einführung der Mietpreisbremse hat die ortsübliche Vergleichsmiete aber auch beim Abschluss neuer Mietverträge an Bedeutung gewonnen: In Gebieten, in denen die Mietpreisbremse gilt, darf die Miethöhe bei neu abgeschlossenen Mietverträgen die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um zehn Prozent überschreiten. In Bayern greift die Mietpreisbremse in München und 136 weiteren Kommunen.

Reduzierte Kappungsgrenze in München

Um den Anstieg von Mieten in bestehenden Mietverhältnissen zu bremsen, wurde 2013 in München bereits die Kappungsgrenze für Mieterhöhungen gesenkt. Diese Möglichkeit wurde mit der Mietrechtsänderung 2013 eingeführt. Welche Kommunen außer München die Kappungsgrenze gesenkt haben, lesen Sie im Top-Thema Mietpreisdeckel: Regelungen der Bundesländer zur Kappungsgrenze.

Schlagworte zum Thema:  Mietspiegel, Mieterhöhung, Vergleichsmiete, Mietrecht, Mietpreisbremse, Kappungsgrenze

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