11.03.2014 | Top-Thema Mipim 2014

Mipim Awards – die Nominierungen

Kapitel
Das Bürohochhaus „Tour Majunga“ in La Défense ist in der Kategorie der „Innovative Green Buildings“ nominiert.
Bild: © DR

Der Zuspruch zu den Mipim Awards ist ungebrochen. Etwa 190 Projektentwickler und Immobilieneigner bewarben sich um die Ehrenpreise, die im März auf der Mipim vergeben werden. Das Verfahren ist seit jeher unverändert und bindet das Messepublikum mit einer 50- prozentigen Wertung ein.

Daneben gibt es einen Publikumspreis, für den bereits im Vorfeld per Mausklick abgestimmt werden kann, und Sonderpreise der Jury für die „Ehrengastländer“ 2014: Brasilien, Russland und Türkei. Für die Awards traf die Jury die Vorauswahl und nominierte in sieben Kategorien je vier Projekte bzw. Objekte, macht zusammen 28 Bauwerke – 28 mal verschiedene Geschichten, verschiedene Ziele, Größenordnungen, Nutzungen, Randbedingungen, Ausgestaltungen. 

Die Jury

Die Jury wird von der Messegesellschaft Reed Midem in alternierender, interdisziplinärer Besetzung eingeladen. Einige Beteiligte der in diesem Jahr neunköpfigen Jury waren schon mehrfach dabei wie der Vorsitzende Michael Strong von CBRE London, zuständig für EMEA, oder Paolo Gencarelli von Unicredit. Auch Frank Khoo, Axa Real Estate Asia mit Sitz in Singapore, und Dr. Alexander Kolontay, verantwortlich für Stadtplanung in Moskau, haben bereits mehrere Mipim Awards begleitet. Ein kritisches Auge auf die Auswahl wirft auch das britische RICS, diesmal vertreten durch den Präsidenten Michael Newey. Neu hinzugekommen sind Olof Zettenberg, Wirtschaftsförderer für die Region Stockholm, Günter Oettinger als Repräsentant der EU-Kommission für Energiefragen, Barbara Knoflach, seit 2005 CEO der SEB Asset Management AG aus Frankfurt, und die Pariser Architektin Caroline Barat vom Büro Agence Search, das u. a. ein Großprojekt gemeinsam mit Jean-Paul Viguier betreut. Dessen Bürohochhaus „Tour Majunga“ in La Défense (Entwickler: Unibail-Rodamco) ist in der Kategorie der „Innovative Green Buildings“ nominiert. Interessenskonflikte wie hier werden im Juryverfahren ggf. durch Stimmenthaltung vermieden und dadurch ausgeglichen, dass nach intensiver Diskussion jedes Mitglied einzeln in einem Punktesystem alle Projekte bewertet. Dessen anonyme Auswertung ergibt dann die abschließende Gewichtung.

Barbara Knoflach empfand die sehr offene, engagierte Diskussion aus ganz verschiedenen Blickwinkeln als sehr aufschlussreich. „Schön alleine reicht nicht“, so ihre Überzeugung. Maßgeblich sei bei allen Projekten die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit ggf. auch als Impuls für die Region wie bei dem denkmalgeschützten Flugzeughangar im Estnischen Tallinn (Baujahr 1912), der lange leer stand und nun als Maritimes Museum (Entwurf KOKO Architekten) zum Publikumsmagneten wurde. Viele der nominierten Objekte würden durchaus in das Ankaufsmuster für SEB passen, auch der „Sandcrawler“ in einem Gewerbegebiet von Singapore. Was wie ein riesiger Pferdehuf in Glashülle aussieht (Entwurf Aedes), ist die architektonische Übersetzung des gleichnamigen Festungs-Maschinenungetüms aus den Star Wars Filmen. Auftraggeber und Nutzer ist die Regionalniederlassung der berühmten Animationsstudios von George Lucas, die hier inzwischen genauso viel produzieren wie in Kalifornien.

Nächstes Kapitel: Mipim Awards - Die Auswahl der Finalisten

Dr. Gudrun Escher, Xanten

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Schlagworte zum Thema:  Mipim, Immobilienwirtschaft, Mipim Awards

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