11.03.2014 | Top-Thema Mipim 2014

Mipim Awards: Die Auswahl der Finalisten

Kapitel
Nominiert für Deutschland in der Kategorie „Urban Regeneration“ ist der Kö-Bogen in Düsseldorf.
Bild: Kö-Bogen

Aus der anonymen Einzelwertung ergab es sich in diesem Jahr, dass vier französische Objekte in die Endauswahl kamen, nachdem es 2013 kein einziges geschafft hatte, aber auch, dass wieder keine der zahlreichen Einreichungen aus Russland im globalen Vergleich überzeugen konnte.

Die nordischen Länder sind wieder stark vertreten, ebenso Asien und UK. Die „Tanzenden Türme“ von BRT-Architekten (Entwickler: Strabag Real Estate) auf St. Pauli in Hamburg und der „Kö-Bogen“ von Daniel Libeskind in Düsseldorf (Entwickler: die developer) gehen für Deutschland ins Rennen. Beide Projekte sind vor Ort ebenso prominent wie umstritten. Der Kö-Bogen ist nominiert in der Kategorie „Urban Regeneration“, aber anders etwa, als in Battersea Rings um das gleichnamige und zur Tate Modern mutierte Kraftwerk am Londoner Themseufer, wird am Schadowplatz, wo vorher Parkgelände und Straßen waren, keine Brache wiederbelebt. Zudem verschleiert die offiziell freigegebene Draufsicht die tatsächliche Massivität der zwei Gebäudeteile und zeigt sechs weitere Baukomplexe, die es noch gar nicht gibt. Kleinteiliger und stark sozial ausgerichtet ist dagegen in derselben Kategorie „Saint-Michel’s Village“ in Paris als Revitalisierung eines alten Krankenhausterrains für Wohnungen und Gesundheitspflege.

Die Kategorien

Wie die Jury so wechseln auch die Kategorien von Jahr zu Jahr. Statt neun 2013 sind es jetzt nur sieben. Büros und Einkaufszentren gehören zum Standard, seit einigen Jahren auch Wohnanlagen und „Refurbished Buildings“. Hotels und Industrieanlagen, die 2013 noch gefragt waren, fielen weg, dagegen wieder aufgenommen „Green Buildings“, allerdings nur besonders innovative wie die o. g. Tour Majunga in Paris oder das erste Bürohaus im Passivhaus-Standard in Oslo (Østensjøveien 27, Entwurf: Hennig Larsen, Entwickler: NCC Property), dazu der Klimagarten in Singapore (Entwurf: Grant Associates und Wilkinson Eyre Architects) und eine Wohnzeile unter Gründach im belgischen Leuven (Entwurf: Stéphane Beel, Entwickler: Ertzberg). Dass bei den Zukunftsprojekten zwei asiatische in Taiwan und Beijing nominiert sind, ist nicht verwunderlich, auch nicht der Fantasiereichtum in der äußeren Gestalt wie bei den gezackten, grasbewachsenen Scheiben der „Hualien Residences“ (Entwurf: Bjarke Ingels Group). Ein Sonderfall in dieser Kategorie ist das Zentrum für Synchrotron-Strahlungsforschung im schwedischen Lund, das aus technischen Gründen einen geschlossenen Kreisring bilden wird und städtebaulich den Kern für einen internationalen Forschungsdistrikt. International ausgerichtet ist auch das Kopenhagener Objekt in der Kategorie Büros: Die „UN City“ auf der Spitze eines Piers bietet 45.000 qm Büros in einem achtteiligen Sterngebäude für die Vereinten Nationen und ist mit LEED Platinum zertifiziert (Entwurf: 3XN).

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Dr. Gudrun Escher, Xanten

Hier geht's zur Bilderserie "Best urban regeneration project category"

Schlagworte zum Thema:  Mipim Awards, Mipim, Immobilienwirtschaft

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