Die Berliner CDU hat auf ihrem Parteitag am 13. Oktober in Friedrichshain einen "Masterplan Wohnen" für die Hauptstadt beschlossen. Nach Berechnungen des Senats fehlen bis 2030 mindestens 194.000 neue Wohnungen. Die CDU sieht bis dahin allerdings einen Bedarf von mindestens 250.000 zusätzlichen Wohnungen. Dem rot-rot-grünen Senat warf die Vorsitzende des CDU-Landesverbands Berlin, Professor Monika Grütters, Versagen vor.

Die Delegierten hatten sich einstimmig für den Masterplan Wohnen ausgesprochen. In dem Papier verlangt die CDU unter anderem, mehr landeseigene Flächen als Baugrundstücke auszuweisen und öffentlichen wie privaten Bauträgern zur Verfügung zu stellen sowie bei der Baulandgewinnung enger mit den Brandenburger Umlandgemeinden zusammenzuarbeiten.

30.000 neue Wohnungen sollen bis 2021 die kommunalen Wohnungsgesellschaften bauen.

Mehr Mut zu Wohnhochhäusern

Außerdem fordert die CDU mehr Mut zum Bau von Wohnhochhäusern und eine neue Debatte über eine Randbebauung des Tempelhofer Felds die Mehrheit der Berliner hatte bei einem Volksentscheid dagegen votiert.

Zu den CDU-Vorschlägen gehört auch eine Ausweitung des Wohngeldes auf Mieter mit mittleren Einkommen wie Polizisten oder Krankenschwestern. Ein Singlehaushalt soll den Zuschuss laut CDU bis zu einem Monatseinkommen von 1.800 Euro beziehen; bisher liegt die Obergrenze je nach Fall zwischen 1.000 und 1.400 Euro. Das Wohngeld wird vom Bund gezahlt, die Aufstockung will die CDU mit Landesgeld finanzieren.

Wohnraum "größte soziale Frage unserer Zeit"

Bezahlbarer Wohnraum sei "die größte soziale Frage unserer Zeit", sagte CDU-Landeschefin Professor Monika Grütters auf dem Parteitag. Die Koalition habe jedoch keine Antworten. Grütters warf dem rot-rot-grünen Senat Versagen in der Wohnungspolitik vor. Gerade die Linke hege großes Misstrauen gegen private Investoren. Viele Bürger sehen eine verfehlte Wohnungspolitik und die "Profitgier" der Eigentümer für die steigenden Mieten in der Hauptstadt verantwortlich.

Auch Maren Kern, Vorstand des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen, kritisierte als Gast des Parteitags Senat und Bezirke: "Es fehlt die Grundhaltung in dieser Stadt, neu bauen zu wollen." Die Folge: Private Investoren bauten inzwischen woanders.

Im Februar hatten jedoch Senat und Bezirke Bündnisse zum Wohnungsbau vereinbart, um den Wohnungsbau zu beschleunigen.

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