13.06.2017 | Sozialer Wohnungsbau

Lübeck: Verbilligungsrichtlinie zeigt erste Erfolge

Lübecker Innenstadt (Symbolfoto)
Bild: Trave, Foto: Bernard Mende

Als bundesweit erste Kommune gewährt Lübeck im Rahmen der sogenannten Verbilligungsrichtlinie Investoren einen Preisnachlass auf städtische Grundstücke, wenn diese sich verpflichten, darauf Sozialwohnungen zu errichten. Seit Inkrafttreten vor knapp einem Jahr seien neun Grundstücke auf diese Weise vergeben worden, auf denen insgesamt 222 geförderte Wohnungen entstehen, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Das Ergebnis sei zufriedenstellend, sagte Lübecks Sozialsenator Sven Schindler. Allerdings könne die Stadt nur Grundstücke ausschreiben, die ihr auch gehören und für die bereits Baurecht bestehe. Für 2018 ist nach Angaben der Hansestadt die Ausschreibung von vier weiteren Baugebieten mit insgesamt 110 Sozialwohnungen geplant.

Anreiz für bezahlbaren Wohnungsbau

Die Verbilligungsrichtlinie soll nach Angaben des Bereichs Liegenschaften einen Anreiz für Wohnungsunternehmen bieten, auch in Lagen mit höheren Grundstückspreisen in sozialen Wohnungsbau zu investieren. Die Förderung kann bis zu 25.000 Euro je Sozialwohnung betragen. 

Wie eine aktuelle Studie des Bundesbauministeriums und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung gezeigt hat, sind hohe Grundstückspreise oftmals ein Hemmnis für bezahlbaren Wohnungsbau. Wohnungsgenossenschaften und -unternehmen in anderen Städten haben das Lübecker Modell daher in der Diskussion um bezahlbares Bauen als Beispiel herangezogen. Andreas Breitner, Verbandsdirektor des VNW Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., forderte Anfang 2017, das Lübecker Beispiel als Vorbild für Regelungen in weiteren norddeutschen Städten zu nehmen.

Schlagworte zum Thema:  Grundstück, Wohnungsbau, Politik

Aktuell
Meistgelesen