Berlin leidet unter Wohnflächenmangel, trotzdem stehen viele Häuser leer, verrotten oder sind illegal vermietet. Exakte Zahlen fehlen. Das meldete am Montagmorgen das rbb-Inforadio. Stadträtin Christiane Heiß (Die Grünen) fordert nun ein Mietwohnungskataster in allen Bezirken, um den Leerstand zu bekämpfen. Außerdem sollen Eigentümer Auskunft über den Zustand ihrer Immobilie geben.  

Bisher müssten die Behörden von sich aus Verdachtsfälle identifizieren oder seien auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, sagte Heiß, Stadträtin für den Bezirk Tempelhof-Schöneberg, im rbb-Inforadio. Besser wäre, leer stehende Wohnungen systematisch über ein Kataster zu erfassen.

Eigentümer sollen Behörden Auskunft über Zustand ihrer Immobilie geben

"Wenn wir so etwas wie einen Überblick hätten über den Bestand der Mietwohnungen möglicherweise noch ergänzt durch Qualitätsmerkmale, könnten wir erheblich effizienter und gezielter überwachen", so Heiß.

Sie schlägt vor, für ein solches Mietwohnungskataster Daten miteinander zu vernetzen: Man könnte vorhandene Datensätze abgleichen und so näherungsweise einen Überblick gewinnen.

Außerdem forderte Heiß, dass Eigentümer den Behörden über den Zustand ihrer Immobilie Auskunft geben müssen. Nach rbb-Recherchen sind stadtweit etwa 75 Häuser bekannt, die leer stehen oder Zuwanderer überwiegend aus Südosteuropa beherbergen, die dort auf engstem Raum zusammenleben.

Berlin bleibt auch im ersten Halbjahr 2018 mit einem aktuellen Plus von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr die deutsche Stadt mit dem höchsten jährlichen Mietpreisanstieg, wie eine Analyse von JLL zeigt.

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