Die Ratsversammlung der Landeshauptstadt Kiel (Schleswig-Holstein) hat mit großer Mehrheit von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP beschlossen, eine neue kommunale Wohnungsgesellschaft (KiWoG) zu gründen. Die Gesellschaft soll Wohnungen bauen, kaufen, betreuen, bewirtschaften und verwalten.

Eine so genannte Öffnungsklausel soll es später ermöglichen, Grundstücke zu kaufen, zu entwickeln und unter anderem für den geförderten Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Auch die Organisationsform einer Genossenschaft soll geprüft werden, um den Kieler Bürgern zu ermöglichen, sich finanziell zu beteiligen.

Die Vorbereitungen zur Gründung der Wohnungsgesellschaft sollen durch externe Expertise unterstützt werden. Auch der Ankauf und die Aufwertung von so genannten Schrottimmobilien sowie der Erhalt und die Aufwertung der bereits im kommunalen Eigentum befindlichen Wohneinheiten ist geplant.

Kiel will Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen

Die Verfügbarkeit bezahlbarer Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen sei erheblich eingeschränkt, hieß es zur Begründung. Eine Änderung der Situation zeichne sich nicht ab. Über die städtische Wohnungsgesellschaft will Kiel Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen. Etwa in Berlin kündigten die Wohnungsbaugesellschaften hohe Investitionen an.

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) begrüßte den Beschluss der Ratsversammlung.

"Der damalige Verkauf der KWG (Kieler Wohnungsbaugesellschaft) ist ein schleichendes Gift für den Kieler Wohnungsmarkt, das heute, 18 Jahre nach der Veräußerung, voll wirkt." (Andreas Breitner, VNW-Direktor)

Es sei gut, dass die Stadt jetzt ihren Fehler korrigiere. Ein Vorbild könnte Bayern sein: Hier hat vor kurzem die staatliche Wohnungsbaugesellschaft BayernHeim ihre Arbeit aufgenommen.

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