26.03.2013 | Top-Thema Kandidaten verzweifelt gesucht

Kandidaten verzweifelt gesucht

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Statt sich zu verzetteln, sollten Unternehmen sich Strategien überlegen.
Bild: Haufe Online Redaktion

War for Talents. Eine mittelständisch geprägte Branche mit einem mittelmäßigen Image: Die Immobilienwirtschaft muss sich rüsten, um zukünftig noch geeignete Mitarbeiter zu finden. Auch hier droht ein Fachkräftemangel.

Ingenieure, Architekten, Finanzer und IT-Leute dringend gesucht: Vorbei sind die Zeiten, als Immobilienunternehmen sich die besten Mitarbeiter aussuchen konnten. „Der Kampf um Talente hat uns längst erreicht“, sagt Professor Volker Eichener, Rektor der EBZ Business School in Bochum: „Laut unserer letzten Erhebung klagen inzwischen zwei Drittel der befragten Immobilienunternehmen über zunehmende Rekrutierungsschwierigkeiten.“

Da die Immobilienindustrie mittelständisch geprägt ist, habe sie Nachteile gegenüber anderen Wirtschaftszweigen: „Die Branche hat kein Gesicht und ist wenig bekannt. Hinzu kommt, dass das Image in der Öffentlichkeit hauptsächlich durch den schlechten Ruf des Maklers geprägt ist. Da ist es schwierig, Kandidaten anzusprechen“, gibt der Professor zu bedenken.

Probleme in allen Bereichen

Bei den Auszubildenden fangen die Rekrutierungsprobleme an und sie ziehen sich nach Eicheners Beobachtung durch alle Bereiche: „Da viele Immobilienunternehmen vor einem Generationswechsel stehen, benötigen sie vor allem Nachwuchsführungskräfte. Die besondere Herausforderung liegt darin, dass die sogenannte zweite Reihe, die auf die Führungsposten nachrücken sollte, historisch bedingt nicht akademisch ausgebildet ist. Und das reicht bei den heutigen Marktanforderungen nicht mehr aus.“
Doch auch gute Fachkräfte ohne Führungsaufgaben werden rar: „Einige Bereiche sind dauerhaft sehr schwierig zu besetzen“, sagt Jürgen Feindt, Direktor Human Resources bei der ECE Projektmanagement GmbH in Hamburg. „Wir suchen ständig IT-Leute, die wir kaum finden, da unser Unternehmen IT nicht in seinem Kernfokus hat und mit anderen spezialisierten Unternehmen konkurriert.“ Auch die Experten im kaufmännischen Bereich gehen der Branche aus. Und sogar auf der Sachbearbeiterebene wird es inzwischen laut Feindt eng. Seine Strategie für den Kampf um Talente: „Wir werden diesen Rekrutierungsproblemen aus dem Weg gehen, indem wir uns Nachwuchskräfte heranholen und sie selbst ausbilden und fortbilden.“ Außerdem möchte das Unternehmen verstärkt an seinem Image arbeiten.

Schlagworte zum Thema:  Prozessoptimierung, Immobilienwirtschaft, Fachkräftemangel, Personalgewinnung

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