15.06.2016 | Tag der Immobilienwirtschaft des ZIA

Journalisten wählen Köpfe des Jahres

Die Immobilien-Köpfe 2016
Bild: YouTube

Auf dem Tag der Immobilienwirtschaft des Zentralen Immobilienausschusses (ZIA) sind auch 2016 die "Köpfe der Immobilienwirtschaft" ausgezeichnet worden, diesmal erstmalig auch ein Kommunalvertreter. In diesem Jahr im Fokus: die Immobilienbranche und die Flüchtlinge.

15 Köpfe waren aufgrund ihrer Aktivitäten in die engere Auswahl der vom Fachmagazin Immobilienwirtschaft ausgelobten Auszeichnung gekommen. Von ihnen konnten acht nominiert werden. Drei Preise wurden schließlich vergeben

Video: Die Highlights der Preisverleihung

Vom Reißbrett in die Praxis

Der erste Sieger in der Kategorie "Immobilienwirtschaft" ist Professor Jörg Friedrich mit Sponsoren. Dritter von rechts: ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner, ganz rechts: Staatssekretär Gunther Adler
Bild: Norbert Weidemann

Ausgezeichnet wurde Professor Jörg Friedrich, Leibniz Universität Hannover, Gründer des Architekturbüros pfp-architekten, Hamburg. Er ist Herausgeber des Projekts „refugees welcome - Konzepte für menschenwürdige Architektur“ mit zahlreichen Auswirkungen auf die Praxis. Seit Erscheinen der Publikation hat er mit seinen Projekten an der Leibniz Universität eine enorme Unterstützung erfahren, sodass mit Hilfe von Industrie, Immobilienwirtschaft und Privatinitiativen drei der Projekte als Prototypen auf dem Universitätsgelände in Hannover im Frühsommer realisiert werden. Studenten und Flüchtlinge werden das Projekt gemeinsam bewohnen. In Hamburg wird aufgrund des refugees-Projektes eine neue Initiative gegründet: Neue Heimat Raumlabor. Gemeinsam mit Theaterleuten, Projektsteuerern, Wissenschaftlern, Künstlern, Architekten und Ingenieuren wird hier eine kostengünstige, dauerhaft umsetzbare Flüchtlingsarchitektur geplant und realisiert. Ein Projekt, am Reißbrett entworfen, bringt eine Initiative hervor und hat somit große Auswirkungen auf die Praxis.

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Neue Unterbringung für Flüchtlinge

Die zweite Siegerin in der Kategorie "Immobilienwirtschaft" ist Marion Schmitz-Stadtfeld.
Bild: Norbert Weidemann

Ein weiterer Preis ging an Marion Schmitz-Stadtfeld, die Leiterin der Koordinierungsstelle Integrierte Flüchtlingsansiedlung Nassauische Heimstätte.  Sie hat die Frage, wie Flüchtlinge wohnen wollen, schon sehr früh aufgegriffen, vor der großen Welle - und sieht das Ganze auch im Rahmen der Stadtentwicklung. Ihre Mission: die Flüchtlingsunterbringung in Deutschland zu revolutionieren. Die Nassauische Heimstätte richtete in Frankfurt eine Koordinierungsstelle für Integrierte Flüchtlingsansiedlung ein, Schmitz-Stadtfeld berät Bürgermeister in ganz Hessen. Containerstädte entstanden. „Es ist zu befürchten, dass diese Provisorien bleiben und sehr langfristig unsere Quartiere prägen werden“, warnt Schmitz-Stadtfeld. Sie lenkt unter anderem die Aufmerksamkeit auf so genannte „Homies“, kubusförmige Bauten in Containerbauweise, die einfach zu errichten sind, aber im Inneren eine deutlich höhere Wohnqualität bieten als herkömmliche Containerbauten. In Graz und in den Niederlanden wurden die modernen Bauten mit der anderen Optik als billige Hausalternativen oder fürs Studentenwohnen entwickelt, Schmitz-Stadtfeld hat sie fürs Flüchtlingswohnen angepasst. „Wir müssen nicht immer das Rad neu erfinden“, sagt sie – und tut doch genau das.

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Aus Fremden Nachbarn machen

Die erstmalig vergebene Auszeichnung für einen Kommunalvertreter ging an Hans Josef Vogel, den Bürgermeister der Stadt Arnsberg.
Bild: Norbert Weidemann

Die erstmalig vergebene Auszeichnung für einen Kommunalvertreter ging an Hans Josef Vogel, den Bürgermeister der Stadt Arnsberg. Er hat Flüchtlinge als einer der ersten Bürgermeister sofort aus der Rolle der Hilfeempfänger heraus- und als Akteure direkt ins Rathaus hineingeholt. Durch Zusammenarbeit etwa bei der Gestaltung von öffentlichen Handlungsfeldern, Leistungen und bei deren Zielerreichung wurden und werden Innovationen der sozialen, beruflichen und kulturellen Teilhabe als „Neue Nachbarn Arnsberg“ umgesetzt – von Neubürgertagen der als Flüchtlinge Angekommenen über die Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe und neue interaktive Kommunikationsformen bis hin zu konkreter Beratung, Begleitung und Vermittlung von Mitflüchtlingen in geeignete Sprachkurse, Jobtrainings, Wohnungen, in gesundheitliche Versorgung, Sportvereine und eigenes freiwilliges Engagement. Aus dem Flüchtling wurde der "Neue Nachbar" im Rathaus und in der Stadt mit eigenem Gesicht, mit seiner Individualität, seinen Stärken und Potenzialen. Vogel hat die Strategie auch bei der Unterbringung der Flüchtlinge verfolgt und von Anfang an eine Vermittlung in private Wohnungen dezentral in den Stadtteilen organisiert. Er organisiert jetzt beispielhaft ein weiterführendes Quartiersmanagement, um im Quartier Begegnung und gemeinsames Tun für das Wohnquartier anzuregen und zu unterstützen. So werden neue Qualitäten im Quartier geschaffen, die allen – auch der Wohnungswirtschaft – zugutekommen.

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Die Jury: 18 namhafte Journalisten

Die Jury setzte sich diesmal aus 18 namhaften Immobilienjournalisten zusammen. Als Sponsoren unterstützten die UniCredit Bank und die von Arnim Personalberatung die Veranstaltung. Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks lobte auf dem ZIA-Tag das Engagement für Flüchtlinge.

Der Preis ist in diesem Jahr zum 13. Mal vergeben worden. Lesen Sie hier, wer die Auszeichnung in den Vorjahren bekommen hat.

 Zum Video der Preisverleihung

Schlagworte zum Thema:  Award, Immobilien-Köpfe

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