| Jahresrückblick 2015

Die Höhepunkte des Jahres für die Immobilien- und Wohnungswirtschaft

Bild: Haufe Online Redaktion

Das Jahr 2015 hielt für die Immobilien- und Wohnungswirtschaft eine Reihe von relevanten News bereit. Es gab überraschende Entwicklungen, neue Trends, interessante Studienergebnisse und Veränderungen auf Personalebene. Die Haufe Online Redaktion präsentiert in diesem Jahresrückblick ausgewählte Meldungen des Jahres 2015. 

Januar

Gleich zu Jahresbeginn gab es eine Neuerung in zwei Bundesländern: Die Grunderwerbssteuer in NRW und im Saarland stieg zum 1. Januar.

Auch im neuen Jahr gab es einiges zu beachten zum Thema Energieeinsparung: Diese Fristen laufen 2015 für Hauseigentümer und Verwalter.

Ein Sonderbericht des Bundesrechnungshofs machte auf die Abwanderung aus ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns aufmerksam, die für hohe Leerstandsquoten sorgte und kommunale Wohnungsunternehmen in Bedrängnis brachte.

Auf der Fachkonferenz "Weiterentwicklung großer Wohnsiedlungen" wurde eine Studie zum Investitionsbedarf vorgestellt. Eines der Ergebnisse: Der Investitonsbedarf in großen Wohnsiedlungen liegt bei 90 Milliarden Euro.

Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Für Schlagzeilen sorgte auch eine Übernahme: Die Gagfah-Aktionäre nahmen die Offerte der Deutsche Annington mehrheitlich an.

Anlässlich des ersten Treffens der Arbeitsgruppe Aktive Liegenschaftspolitik hat der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. Maßnahmen für mehr bezahlbares Bauland gefordert.

Laut einer im Januar veröffentlichten Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) könnten die Wohnungsleerstände bis 2030 zunehmen, wenn nicht durch bedarfsgerechte Sanierung und Rückbau in den weniger nachgefragten Regionen gegengesteuert wird.

Februar

Zu einer Herausforderung für Akteure der Immobilien- und Wohnungswirtschaft, aber besonders zu einem Problem für Wohnungssuchende in Ballungsgebieten entwickelte sich das Thema Zweckentfremdung. Immer mehr Wohnungen in Wohngebieten werden als Ferienwohnungen genutzt. Für Vermieter ist es unter Umständen schwierig, festzustellen, ob ihre Mieter die Wohnung selber bewohnen oder über Portale wie airbnb als Ferienwohnung anbieten. In Berlin waren im Februar trotz des Verbots Tausende Berliner Ferienwohnungen online.

Mit dem richtigen Management von Instandhaltungskosten müssen sich Immobilien- und Wohnungsunternehmen das ganze Jahr über beschäftigen – denn instandgehaltene Gebäude sind heutzutage ein wichtiger Wettbewerbsfaktor.

Für Aufsehen sorgte eine Entscheidung des BGH: Der bekannte "Raucher-Fall" des Rentners Friedhelm muss neu verhandelt werden.

In Köln erarbeitete die GAG zusammen mit der Stadt ein Konzept für Flüchtlingswohnungen.

März

Im März wurde der BBU-Preis 2015 verliehen: In den Kategorien Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften wurden jeweils Gewinner gekürt. 

Unser Top-Thema Twitter-Nutzung in der Wohnungswirtschaft lieferte anhand praktischer Beispiele einen Überblick über die Thematik.

Bild: Screenshot: Haufe Online Redaktion, Inhalte: B&S Iserlohn

Im Bereich der Betriebskostenabrechnung hat sich ebenfalls viel getan – in unserem Top-Thema werden Trends und Perspektiven aufgezeigt.

Um in Regionen mit eingeschränktem Wohnungsangebot die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen zu erschweren, hat der Berliner Senat eine Neuregelung beschlossen.

Eine Studie des VSWG in Kooperation mit dem Gesundheitsökonomischen Zentrum (GÖZ) der TU Dresden und der ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH kam zu dem Ergebnis, dass Sachsen mehr barrierefreie Wohnungen braucht.

In Hamburg werden Zuschüsse für Dachbegrünung vergeben, um Investitionen in begrünte Flachdächer zu fördern.

Die Gagfah-Übernahme durch Deutsche Annington wird offiziell abgeschlossen. Außerdem gibt die Deutsche Annington bekannt, dass sie künftig unter dem Namen Vonovia firmieren will.

Der VdW Bayern veröffentlicht seinen ersten Mietwohn-Index. Ein zentrales Ergebnis: 60 Prozent der Bayern fürchten Mangel an bezahlbaren Wohnungen.

April

Die Immobiliengesellschaft Peach Property gab im April bekannt: Sie verkleinert ihre Geschäftsleitung von sechs auf vier Mitglieder.

Die Scope-Ratings-Studie kam zu dem Ergebnis: Die Investitionen großer Wohnungsunternehmen in Instandhaltung und Modernisierung steigen, öffentliche Unternehmen investieren dabei mehr als private.

Der Versuch einer Übernahme der Conwert durch Deutsche Wohnen scheiterte.

Mit der Gründung des Netzwerks "Ankunft-Zukunft" initiierte der vdw Sachsen ein Projekt zur Unterstützung von Flüchtlingen.

Mai

Die im Mai veröffentlichte Wohnungsmarktprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) kam zu dem Ergebnis: Der Wohnungsbedarf wächst weiterhin, obwohl die Bevölkerung in Deutschland schrumpft.

Das AG Münster entschied in einem Streitfall zwischen Mieter und Vermieter: Ein grundsätzliches Autoverbot ist auch in autofreier Modellsiedlung nicht zulässig.

Im Brandenburger-Hof-Gespräch diskutierten Experten aus den Bereichen Wohnungswirtschaft, Energie und Finanzierung zum Thema "Strategien der Energieversorgung".

Bei den GreenTec-Awards 2015 standen die Sieger in der Kategorie "Bauen und Wohnen" bereits im Mai fest.

Nach Auffassung des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg ist der Berliner Mietspiegel unwirksam. Dies löste eine Diskussion darüber aus, was das Urteil für andere Mietspiegel und für die Mietpreisbremse bedeutet.

Der GdW präsentierte eine Studie zu Mietern mit Migrationshintergrund, aus der sich Handlungsempfehlungen für Wohnungswirtschaft und Politik ableiten lassen.

In München übernahm die kommunale Gewofag die Heimag vollständig.

Juni

Am 1.6.2015 trat die Mietpreisbremse in Kraft.

Auf dem Tag der Immobilienwirtschaft des Zentralen Immobilienausschusses ZIA verlieh das Fachmagazin Immobilienwirtschaft die Auszeichnung "Köpfe 2015".

Die Deutsche Annington (inzwischen Vonovia) setzte ihren Wachstumskurs fort und  kaufte die Südewo Gruppe.

In Berlin Mitte wurden zahlreiche zweckentfremdete Ferienwohnungen wieder in Wohnraum umgewandelt.

Bereits zum 12. Mal wurde auf dem Aareon-Kongress der DW-Zukunftspreis der Immobilienwirtschaft für zukunftsweisende Projekte verliehen. Drei Wohnungsunternehmen wurden ausgezeichnet und erhielten einen Videobeitrag über ihren Wettbewerbsbeitrag.

Juli

Der GdW übernahm zum 1.7.2015 turnusmäßig den BID-Vorsitz. Damit steht GdW-Präsident Axel Gedaschko für ein Jahr an der Spitze der BID, in der die sieben wichtigsten Verbände aus der Branche zusammenarbeiten.

Außerdem wurde im Juli der Genossenschaftspreis Wohnen 2015 verliehen.

August

Zum 1.8.2015 trat die Mietpreisbremse in Bayern in Kraft. In 144 bayerischen Kommunen ist damit die Miethöhe bei der Wiedervermietung von Bestandswohnungen begrenzt.

Die KfW änderte zum 1. August den Förderhöchstbetrag für das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren".

Die Stadt Dresden hat beschlossen, ein neues kommunales Wohnungsunternehmen zu gründen.

GdW-Präsident Axel Gedaschko stellte in einem Interview zum Thema Digitalisierung klar: Die Immobilienbranche muss sich der digitalen Revolution stellen.

Der bayerische Städtetagspräsident Ulrich Maly (SPD) verkündete, dass er den Bau von bundesweit jährlich 80.000 Wohnungen für notwendig hält, um eine Konkurrenz zwischen Einheimischen und Flüchtlingen um bezahlbaren Wohnraum zu verhindern.

Der Deutsche Mieterbund stellte fest, dass die von Mietern durchschnittlich zu zahlenden Betriebskosten im Abrechnungsjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben sind. Die Mieter zahlten monatlich im Durchschnitt 2,19 Euro pro Quadratmeter.

Der GdW forderte angesichts der im August veröffentlichten Flüchtlingsprognose, nach der für das Jahr bis zu 750.000 Asylbewerber in Deutschland erwartet werden, ein Sonderinvestitionsprogramm zur Flüchtlingsunterbringung.

Die Baugenossenschaft Familienheim Rhein-Neckar eG kaufte Treureal, ein Unternehmen für Property- und Facility Management für nationale und internationale institutionelle Immobilieninvestoren.

September

In Deutschland müssen nach Schätzungen des Städtetags jährlich zusätzlich mindestens 300.000 neue Wohnungen gebaut werden, um die Unterbringung von Flüchtlingen zu bewältigen. 

Der GdW wählte neue Mitglieder in den Vorstand und ins Präsidium des Verbandsrats.

Der Rechtsstreit um den Online-Mietpreis-Check des Hamburger Mietervereins ging mit einem Vergleich zu Ende: Der Mieterverein nahm das Angebot aus dem Netz und musste im Gegenzug kein Ordnungsgeld zahlen.

Das Pestel-Institut veröffentlichte eine Prognose, nach der bis zum Jahr 2020 jedes Jahr 400.000 neue Wohnungen gebaut werden müssten, um dem Zuzug von Flüchtlingen und EU-Arbeitsmigranten gerecht zu werden.

Die Deutsche Wohnen AG wollte die LEG übernehmen – eine Fusion, die dann doch nicht zustande kam.

Oktober

Einer der Höhepunkte im Oktober war sicherlich die Messe Expo Real.

Außerdem stand im Oktober ein besonderes Jubiläum an: 25 Jahre Deutsche Einheit. In einem Interview berichtete Dieter Cordes, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Sanierungs- und Entwicklungsträger (ADS) und Vorsitzender des Fachausschusses Stadterneuerung und -entwicklung beim GdW, über die Zeit nach der Wende.

25 Jahre nach der Wiedervereinigung haben sich die Wohnungsmärkte in Ost und West angenähert; einige Unterschiede bleiben jedoch bestehen – zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Die Förderbank KfW hat ihr Sonderprogramm für Flüchtlingsunterkünfte auf eine Milliarde Euro verdoppelt.

Vonovia kündigte an, den Konkurrenten Deutsche Wohnen schlucken zu wollen. Diese Offerte wurde jedoch im Dezember zurückgewiesen.

Die Fachzeitschrift DW Die Wohnungswirtschaft präsentierte in Berlin ihr neues Veranstaltungskonzept: Die Werkstatt "Energie und Gebäude", die in Kooperation mit dem GdW stattfand.

Bild: Torsten George

November

Durch eine Veränderung des Melderechts ist seit November wieder eine Vermieterbescheinigung erforderlich: Seit dem 1.11.2015 müssen Vermieter Mietern wieder schriftlich den Ein- und Auszug bestätigen.

Das Bundesbauministerium hat ein neues Förderprogramm für den Bau von kleinen modularen Wohneinheiten, sogenannten Variowohnungen, aufgesetzt. 120 Millionen Euro aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung fließen in das Programm.

Die Deutsche Wohnen strich im November einen CFO-Posten.

Wie außerdem im November bekannt wurde, übernimmt Vonovia zum Januar 2016 die IVV Immobiliengruppe.

Dezember

Schleswig-Holstein führte ab dem 1.12.2015 die Mietpreisbremse in zwölf Kommunen ein.

Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen sprachen sich gegen das Übernahmeangebot durch Vonovia aus.

Über das gesamte Jahr hinweg von großer Bedeutung war das Thema Flüchtlingsunterbringung – wir haben Best-Practice-Beispiele zur Flüchtlingsunterbringung von Wohnungsunternehmen sowie Lösungsansätze von Verbänden und Politik zusammengetragen.

Bild: Haufe Online Redaktion

Stand: Dezember 2015.

Haufe Online Redaktion

Immobilienwirtschaft, Wohnungswirtschaft