Der Schadenersatzprozess des Immobilieninvestors Anno August Jagdfeld gegen Signal Iduna vor dem Dortmunder Landgericht wurde unterbrochen. Die Richter wollen beiden Seiten die Gelegenheit geben, bis Mai weiter schriftlich zur Sache vorzutragen. Jagdfelds Anwälte wollen Strafanzeige wegen Prozessbetrugs gegen einen früheren Mitarbeiter der Versicherung stellen.

Jagdfeld wirft dem Versicherer eine gezielte Rufmordkampagne im Zusammenhang mit einem Immobilienfonds zum Wiederaufbau des Berliner Hotels Adlon vor. Der Prozess läuft seit Ende 2016.

Zuletzt hatte das Gericht Vorstände und hochrangige Mitarbeiter der Versicherung als Zeugen vernommen. Signal Iduna hatte sich in den 1990er-Jahren mit fünf Millionen Euro an dem von Jagdfeld aufgelegten Adlon-Fonds beteiligt. Im Jahr 2009 gründete sich eine Anlegerschutzgemeinschaft, der auch die Versicherung beitrat.

Jagdfelds Anwälte sind nach den Zeugenvernehmungen weiterhin optimistisch, die behauptete Rufmordkampagne beweisen zu können. Ein Sprecher von Jagdfeld warf früheren und aktuellen Vorstandsmitgliedern der Signal Iduna am Freitag vor, sich "aus der Verantwortung stehlen" zu wollen und sich in Widersprüche verstrickt zu haben.

Der neuerliche Vorwurf des Prozessbetrugs, den Jagdfelds Anwälte am Donnerstag erstmals äußerten, bezieht sich laut einem Bericht des "Handelsblatts" auf Unterlagen zum Beitritt zur Schutzgemeinschaft. Demnach unterscheidet sich die eingereichte Beitrittserklärung in wesentlichen Teilen von den Beitrittserklärungen anderer Mitglieder, zugunsten der Versicherung.

Eine weitere Klage gegen die Signal Iduna, die im Namen der Fondsgesellschaft erhoben worden war, hat das Dortmunder Landgericht als unzulässig abgewiesen. Jagdfeld habe als Fondsgeschäftsführer vor Klageerhebung keinen förmlichen Gesellschafterbeschluss eingeholt, begründete das Gericht die Entscheidung.

Der Zeuge aus dem Verwaltungsrat des Adlon-Fonds verteidigte in seiner Aussage die Ziele der Schutzgemeinschaft. Die Rolle Jagdfelds als Chef des Fonds zu überprüfen, sei ein legitimes Anliegen gewesen. "Das hat etwas mit Transparenz, mit Aufklärung und Anlegerschutz zu tun, aber nichts mit Rufmord", sagte er.

Schlagworte zum Thema:  Betrug