In seinem Gutachten bringt das IW eine Reform des Energiesteuergesetzes ins Gespräch Bild: mauritius images / Wolfgang Filser /

CO2-Preis für alle: Diese Forderung stellt das Institut der deutschen Wirtschaft in einem aktuellen Gutachten auf. Eine klimapolitisch motivierte Steuer im Wärmemarkt könne die richtigen Anreize setzen, Treibhausgasemissionen zu senken, heißt es aus Köln.

Das Gutachten "Möglichkeiten einer CO2-Bepreisung im Wärmemarkt" ist im Auftrag des Zentralen Immobilien Ausschusses (ZIA) entstanden. Es schlägt für die weltweite Reduzierung der klimaschädlichen Treibhausgasemissionen sowohl einen übergeordneten, globalen Koordinationsmechanismus als auch eine Gesamtstrategie vor: Zum Beispiel in Form einer CO2-Bepreisung. Voraussetzung für den Erfolg sei allerdings die Einbettung in ein länder- und sektorenübergreifendes System, so das Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

IW bringt Reform des Energiesteuergesetzes ins Gespräch

In dem vorgelegten Gutachten diskutieren die Wissenschaftler insgesamt drei mögliche Varianten und Ausgestaltungsoptionen einer CO2-Bepreisung, abhängig davon, ob sich die Bepreisung auf den Wärmemarkt beschränkt oder ob weitere Sektoren miteinbezogen werden. Als "politisch voraussichtlich am einfachsten realisierbare Lösung" bezeichnen sie eine Reform der Steuersätze für Wärmeenergie im Energiesteuergesetz. Dabei legen die Autoren aktuelle Steuersätze für die beiden wichtigsten Energieträger Erdgas und Heizöl in Höhe von 22,71 Euro beziehungsweise 19,81 Euro pro Tonne CO2 zu Grunde.

Die im Gutachten diskutierten Varianten einer CO2-Bepreisung fokussieren sich teilweise auch auf den Gebäudesektor Bild: Corbis

Schrittweise Anhebung der Energiesteuersätze bis 2050

Die Autoren schlagen eine schrittweise steigende CO2-Bepreisung bis 2050 vor, angelehnt an die langfristigen Klimaschutzziele der Regierung. Diese sehen im selben Zeitraum eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 80 Prozent vor. Der Bepreisungsvorschlag der IW-Experten orientiert sich dabei an den Erwartungen für die Entwicklung des Zertifikatepreises im EU-ETS: Hier geht man von 42 Euro pro Tonne CO2 bis zum Jahr 2035 aus. Aber auch eine jährliche prozentuale Anhebung der Steuersätze von fünf beziehungsweise acht Prozent kann man sich im Rahmen einer weiteren Gestaltungsvariante in Köln vorstellen. Damit läge die CO2-Bepreisung nach Rechnung der Autoren bei bis zu 198 Euro pro Tonne CO2 im Jahr 2050.

Wohnkosten von Mietern bedenken

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW hat sich bereits im Januar zu einer möglichen Bepreisung von CO2 geäußert. Ein CO2-Preis möge theoretisch ein richtiger Ansatz sein, heißt es in einem Positionspapier. Bisher kenne man aber weltweit keine Umweltabgabe, die hinreichend starke Anreize zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen gesetzt habe. Stattdessen bringt der Verband eine Umstellung auf ein belohnendes Steuer- beziehungsweise Zuschusssystem ins Gespräch. In keinem Fall dürfe eine CO2-Bepreisung jedoch zu erhöhten Wohnkosten für Mieterinnen und Mieter führen.

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Schlagworte zum Thema:  Emission, Klimawandel, Steuer, Energie, Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln, Gutachten

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