Noratis verkauft seit dem 30. Juni Aktien an der Frankfurter Börse. Bild: MEV Verlag GmbH

Der Wohnimmobilienentwickler Noratis hat den Börsengang wie geplant heute abgeschlossen. Ab heute werden die Aktien im Freiverkehr (Open Market) der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Das ist damit der zweite IPO im neu gegründeten Scale Segment. Zuvor hatte Noratis den Preis je Aktie am unteren Rand auf 18,75 Euro festgesetzt. Mitte Juni hatte das Unternehmen noch eine Spanne von 18,75 bis 22,75 Euro angegeben.

920.000 der angebotenen zwei Millionen neuen Aktien sind bei Investoren platziert worden, teilte das Unternehmen am 29. Juni mit. Weitere 80.000 bestehende Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre Norlig GmbH und der SIA Hansahold wurden im Rahmen einer Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) platziert. Die beiden Altgesellschafter halten jeweils ein Drittel des bestehenden Grundkapitals (2.000.000 Aktien zu je einem Euro); die restlichen 33,33 Prozent befinden sich im Besitz des Vorstandsvorsitzenden Igor Christian Bugarski.

Nach dem Börsengang befinden sich rund 31,5 Prozent der Anteile in Streubesitz (exklusive Greenshoe-Option). Noratis will die auf das Unternehmen entfallenden Bruttoerlöse in Höhe von rund 17,25 Millionen Euro hauptsächlich für die weitere Finanzierung des Wachstums verwenden. Der Fokus liegt auf Bestandsimmobilien mit Entwicklungspotenzial.

Meistens sind das Werkswohnungen, Quartiere oder Siedlungen aus den 1950er bis 1970er Jahren in Städten ab 10.000 Einwohnern, etwa in Trier, sowie in Randlagen von Ballungszentren. Nach Instandsetzung werden die Immobilien vor allem an institutionelle Investoren verkauft. Noratis hat seit 2014 nach eigenen Angaben mehr als 1.300 Wohneinheiten im Volumen von 100 Millionen Euro gekauft, modernisiert und weiterverkauft. Derzeit befinden sich rund 1.100 Einheiten im Portfolio, im ersten Halbjahr 2017 wurden bisher weitere 400 Einheiten erworben.

Im Geschäftsjahr 2016 hat der Börsenkandidat laut Unternehmensmitteilung einen Konzernumsatz von 44,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Rund 85 Prozent der Umsatzerlöse stammten dabei aus dem Verkauf von Immobilien.

Schlagworte zum Thema:  Börse, Börsengang, Immobilienunternehmen, Projektentwicklung

Aktuell
Meistgelesen