IOC und Airbnb schließen lukrative Kooperation

Airbnb und das Internationale Olympische Komitee (IOC) werden Partner. "Hunderttausende neue Airbnb-Gastgeber werden die olympische Bewegung unterstützen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Nicht nur in Deutschland ist die Wohnvermittlungsplattform Airbnb umstritten.

Die Partnerschaft soll den Angaben zufolge vorläufig bis 2028 laufen, das würde fünf Ausgaben der Olympischen Spiele umfassen. Laut einem Bericht der Financial Times (englisch) soll der Deal dem neuen IOC-Sponsor Airbnb mit Sitz in San Francisco 500 Millionen US-Dollar wert gewesen sein. IOC-Präsident Thomas Bach hatte demnach zuvor unter dem Druck gestanden, die Kosten für die Ausrichtung der Spiele, explizit die für die Unterbringung, zu senken.

Neben Wohnungen geht es auch um Sportler-Events

Die Vermarktung der Kooperation läuft unter dem Motto "Host the World" und will auch hohen moralischen Anforderungen genügen. Von wirtschaftlich, sozial inklusiv und ökologisch nachhaltigen Reisen ist die Rede. Zudem soll Airbnb mit dem International Paralympic Committee (IPC) zusammenarbeiten und barrierefreie Wohnungen auf der Plattform fördern sowie Flüchtlingsinitiativen wie das IOC Refugee Olympic Team unterstützen. "Airbnb hat sich zum Ziel gesetzt, eine Welt zu schaffen, in der jeder überall hingehören kann", sagte Co-Founder Joe Gebbia bei Bekanntgabe der Partnerschaft.

Das Nachrichtenportal "heise online" schreibt, Airbnb versuche bereits seit einiger Zeit verstärkt, soziale Aktivitäten als "Experiences" über seine Seite zu vermitteln. Dazu passt auch die offizielle Mitteilung von IOC und Airbnb, dass Athleten über die Plattform zusätzliche Einnahmen generieren können sollen, in dem sie "Olympian Experiences", wie etwa Training mit Fans, anbieten.

200.000 Airbnb-Unterkünfte in fünf Olympia-Städten: Die Zahl soll steigen

Der Financial Times sagte Gebbia außerdem, das Unternehmen habe derzeit 200.000 Airbnb-Gastgeber in den fünf olympischen Austragungsorten bis 2028 – Tokio, Peking, Paris, Mailand und Los Angeles – gelistet, eine Zahl, die er durch sein IOC-Sponsoring massiv steigern wolle.

In Paris, Olympia-Stadt 2024, regt sich Widerstand gegen die Partnerschaft. Bürgermeisterin Anne Hidalgo soll IOC-Chef Bach einen Brief geschrieben haben, um ihn vor den "Risiken und Konsequenzen" eines Deals mit Airbnb zu warnen, wie etwa der Deutschlandfunk unter Berufung auf die französische Nachrichtenagentur AP berichtete. Anfang 2019 sei die Pariser Stadtverwaltung gegen Airbnb vor Gericht gezogen und hatte eine Strafe von 12,5 Millionen Euro von Vermietern verlangt, die ihre Wohnungen nicht ordnungsgemäß registrieren.

Airbnb hat in Deutschland einen schweren Stand

In Deutschland wird Airbnb unter anderem vorgeworfen, den Mangel an Wohnungen auf dem Mietmarkt zu verschärfen, dagegen gehen immer mehr Städte mit Satzungen gegen die Zweckentfremdung von Wohnungen vor, die unter anderem als Ferienwohnungen über Internetportale wie Airbnb vermarktet werden.

Auch geklagt wurde hierzulande schon gegen das US-Unternehmen und zwar mit Erfolg: So hat etwa das Verwaltungsgericht München vor etwa einem Jahr entschieden, dass Airbnb die Daten von Wohnungsbesitzern herausgeben muss, sofern die ihre Wohnungen ordnungswidrig länger als acht Wochen an Touristen untervermieten.


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Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Wohnimmobilien, Zweckentfremdung