05.10.2016 | Expo Real

Investoren zahlen Kaufpreise bis zum 25-Fachen der Mieteinnahmen

Ein Ausweichen an andere Standorte und in Nischenprodukte werde nötig, hieß es in der Diskussionsrunde von Engel&Völkers auf der Expo Real
Bild: Messe München

Investoren akzeptieren mittlerweile für deutsche Core-Wohnimmobilien Kaufpreise bis zum 25-Fachen der jährlichen Nettomieteinnahmen. Hohe Renditen sind damit nicht mehr zu erreichen - weshalb die Suche nach Alternativen in B- und C-Standorten oder bei Nischenprodukten zunimmt. Zu diesen Ergebnissen kam eine Diskussionsrunde von Engel & Völkers Investment Consulting auf der Expo Real in München.

Dabei diskutierten sieben Vertreter der Immobilienbranche die Investitionsstrategien institutioneller Anleger auf dem deutschen Wohnimmobilienmarkt. Besonders nachgefragt sind einer vorangegangenen Studie von Engel & Völkers zufolge immer noch A-Standorte: Hier werden mit 3,4 Prozent pro Jahr die höchsten Mietsteigerungen erwartet.

Inzwischen, so meinten die Experten, sei aber – nach dem kontinuierlichen Preisanstieg der vergangenen Jahre – die Grenze an den traditionellen A-Standorten wie München oder Hamburg größtenteils erreicht. „Eine Rendite in der von vielen Investoren gewünschten Größenordnung von 3,5 bis fünf Prozent ist dort zunehmend unrealistisch“, sagte Lars Bergmann, CEO der Immovation AG.

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„Wenn die Objekte sorgfältig ausgewählt werden, muss das Ausweichen auf B- oder C-Standorte nicht zwingend mit einem erhöhten Risiko einhergehen“, ergänzte Kai Wolfram, Geschäftsführender Gesellschafter der Engel & Völkers Investment Consulting GmbH. Ein wichtiger Grund für das Ausweichen auf B- und C-Standorte sei zudem – neben den zum Teil überteuerten Preisen in den Top-Standorten – die Tatsache, dass an den A-Standorten kaum noch attraktive Portfolien zum Kauf angeboten würden.

Nischenprodukte als Alternative für Investoren

Als weitere Alternative für Investoren sah die Expertenrunde Nischenprodukte wie Studentisches Wohnen oder Pflegeimmobilien an. Der Investmentmarkt für Pflegeimmobilien boomt einem Report von Savills und D&S Healthcare zufolge – und verzeichnete im ersten Halbjahr 2016 ein Transaktionsvolumen von rund 750 Millionen Euro.

„Allerdings ist die Komplexität in diesen Immobilienklassen höher, was in der Regel auch höhere Verwaltungskosten nach sich zieht", erläuterte Thomas Hegel, Vorstandsvorsitzender der LEG Immobilien AG. Das gelte vor allem dann, wenn diese Nutzungsarten in ein klassisches Wohnportfolio aufgenommen würden.

Schlagworte zum Thema:  Investor, Expo Real, Mieteinnahmen, Rendite

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