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Investor Dubag übernimmt Ihr Platz und Schlecker XL doch nicht

Am Freitag startete Schlecker den großen Ausverkauf
Bild: Haufe Online Redaktion

Den Schlecker-Töchtern Ihr Platz und Schlecker XL droht nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen Gläubigern und Dubag das Aus. Der Münchner Investor wollte ursprünglich Ihr Platz und die XL-Märkte übernehmen und fortführen. Nun wird eine Abwicklung immer wahrscheinlicher.

"Ihr Platz ist zu klein, um alleine überlebensfähig zu sein", sagte Thomas Roeb, Professor für Handelsbetriebslehre an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. "Eine Abwicklung halte ich für den wahrscheinlichsten Ausgang." Damit wären auch die Schlecker-XL-Märkte am Ende, die Dubag mit hätte eingliedern wollen. Roeb geht davon aus, dass das Schicksal von Ihr Platz in ein bis zwei Monaten besiegelt sein wird. "Die interessantesten Standorte gehen dann wahrscheinlich an die Marktführer Rossmann und dm", so Roeb. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Riesen Edeka und Rewe in letzter Minute doch noch für die insolvent Schlecker-Tochter interessieren, schätzte Roeb mit etwa zehn Prozent ein.

Die Gründe für das Aus von Ihr Platz sind nach den Worten von Roeb vielschichtig, das Unterfangen sei aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen. "Es gibt kein Beispiel in den letzten Jahren, dass ein so kleines Unternehmen überleben kann", sagte Roeb. Dubag habe diese Schwierigkeiten bei der Fortführung der Unternehmen unterschätzt.

Keine Klage gegen Anton Schlecker wegen umstrittener Immobilienverkäufe

Schließlich sei Dubag nicht mehr in der Lage gewesen, dem größten Schlecker-Gläubiger Euler Hermes entgegen zu kommen. Ein kritischer Punkt waren die Warenwerte, die von beiden Seiten als unterschiedlich hoch eingeschätzt worden waren. Insgesamt verlieren wegen der Insolvenz rund 25.000 Schlecker-Mitarbeiter ihren Job.

Die Gewerkschaft Verdi dementierte derweil einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", nach dem gegen Anton Schlecker eine Klage wegen umstrittener Immobilienverkäufe geplant sei. "Nach meiner Kenntnis ist eine Klage nicht in Vorbereitung und auch nicht geplant", sagte Sprecherin Christiane Scheller der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag. Das Magazin hatte geschrieben, dass die Gewerkschaft "fest entschlossen" sei, den Schlecker-Gründer zu verklagen, falls sich die Vorwürfe bestätigten.

Schlecker soll noch kurz vor der Insolvenz ein Zentrallager samt Grundstück in Österreich, die Österreich-Zentrale bei Linz sowie ein Logistikzentrum im österreichischen Pöchlarn an seine Kinder veräußert hatte. Durch den Verkauf sind die Immobilien nicht mehr Teil der Insolvenzmasse.

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