| GdW-Jahrespressekonferenz

Investitionen in der Wohnungswirtschaft steigen um 7,7 Prozent

Für 2012 wird ein weiterer Anstieg der Investitionen erwartet
Bild: MEV-Verlag, Germany

Die Gesamtinvestitionen der im GdW und seinen Regionalverbänden organisierten Unternehmen sind im Jahr 2011 um 7,7 Prozent gestiegen und liegen bei rund 9,6 Milliarden Euro. Das teilte GdW-Chef Axel Gedaschko auf der Jahrespressekonferenz des Verbands in Berlin mit.

"Unsere Unternehmen haben knapp 690 Millionen Euro mehr Geld in die Hand genommen als im Vorjahr", kommentierte Gedaschko die Entwicklung. Mit rund sieben Milliarden Euro flossen im Jahr 2011 rund 74 Prozent der Gesamtinvestitionen in die Bestandsentwicklung der Gebäude. Mit diesem Geld haben die Unternehmen des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen Wohnungen und Gebäude modernisiert, instandgesetzt und instandgehalten. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Investitionen in diesem Bereich um 6,8 Prozent gestiegen. Auch in den Neubau von Wohnungen wurde mehr investiert. Mehr als ein Viertel der Gesamtinvestitionen floss in dieses Segment. Mit rund 2,48 Milliarden Euro sind die Neubauinvestitionen im Vergleich zum Vorjahr um 10,5 Prozent gestiegen.

Weiterer Investitionsanstieg erwartet

Für dieses Jahr prognostiziert der GdW auf Basis der Angaben seiner Mitgliedsunternehmen einen weiteren deutlichen Anstieg der Investitionen um rund 9,7 Prozent. "Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr erstmals seit 2001 die 10-Milliarden-Marke überschreiten werden", so Gedaschko. Im Jahr 2011 haben die GdW-Unternehmen 13.300 Wohnungen gebaut. Das sind 2.300 Wohnungen und damit 20,8 Prozent mehr als noch in 2010. Besonders viel gebaut wurde in Stuttgart und seinem Großraum, in der Region München, im Raum Köln-Bonn, in Hamburg und Berlin, dem Rhein-Main-Gebiet. Aber auch Städte wie Lübeck, Karlsruhe, Heidelberg, Gießen, Nürnberg und Düsseldorf gehörten 2011 zu den Gebieten, wo besonders auf Neubau gesetzt wird.

Im Geschosswohnungsbau ist die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen um mehr als 21 Prozent gestiegen. Während in 2010 noch 10.200 Wohneinheiten gebaut wurden, waren es im Jahr 2011 12.400 Wohnungen. "Im Jahr 2012 planen die Unternehmen, mit 15.200 Wohneinheiten nochmals mehr Wohnungen zu errichten", so der GdW-Chef. Die positive Entwicklung dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass vorrangig im oberen Preissegment gebaut wird. Das hat kürzlich eine Umfrage des GdW ergeben. Danach liegen die Kaltmieten im Durchschnitt bei acht Euro. Im unteren Preissegment (Mietendurchschnitt 5,74 Euro) wurde in den alten Ländern nur jede fünfte neue Wohnung gebaut.

Deutlich weniger Sozialwohnungen

Rund 4,5 Millionen Mieterhaushalte in Deutschland werden vom Staat finanziell unterstützt, damit sie sozial abgesichert wohnen können. Das entspricht 21 Prozent aller Mieterhaushalte. In den westdeutschen Bundesländern ist diese Quote etwas niedriger und liegt bei 19 Prozent. In den ostdeutschen Bundesländern erhalten dagegen 26 Prozent der Haushalte eine solche staatliche Unterstützung. Bundesweit gibt es immer weniger Sozialwohnungen. Waren es im Jahr 2002 noch rund 2,57 Millionen Wohnungen mit Preisbindung, verringerte sich die Zahl schon im Jahr 2008 um 716.924 Wohneinheiten und lag nur noch bei etwa 1,85 Millionen Wohnungen. Aktuelle Zahlen des GdW unterstreichen diesen Trend: Im Jahr 2011 gab es innerhalb des GdW insgesamt nur noch 1.014.311 Wohnungen mit Mietpreis- oder Belegungsbindung. Das sind rund 39.100 Wohnungen weniger als noch in 2010.

Sanierungsrate der GdW-Unternehmen fünfmal so hoch wie der Bundesdurchschnitt

Eine Studie des Forschungsinstituts InWIS hat ergeben, dass die derzeitige Sanierungsrate in Deutschland in den Jahren 2005 bis 2010 jährlich bei 0,19 Prozent der Wohneinheiten liegt, die  energetisch komplett modernisiert wurden. Teilsaniert wurden im gleichen Zeitraum 2,25 Prozent der Wohneinheiten. Die GdW-Unternehmen haben in den Jahren 2010 und 2011 jährlich ein Prozent ihrer Wohneinheiten vollständig energetisch saniert. 1,9 Prozent der Wohnungen wurden teilsaniert. "Ordnungsrechtliche Anforderungen bei der energetischen Sanierung von Wohngebäuden darf es nur geben, wenn das Wirtschaftlichkeitsgebot für die Unternehmen eingehalten wird. Nur so können energetische Sanierungsmaßnahmen auch für die Mieter wirtschaftlich und sozial verträglich bleiben", sagte Gedaschko. Er appellierte daher an die Politik, die ordnungsrechtlichen Mindestanforderungen im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien bei der geplanten EnEV 2012 nicht unangemessen zu verschärfen.

Leerstandsquote in Ostdeutschland auf acht Prozent gesunken

Die Leerstandsquote der vom GdW vertretenen Wohnungsunternehmen ist in den neuen Ländern im Jahr 2011 um 0,3 Prozentpunkte auf acht Prozent gesunken und liegt damit weiterhin deutlich unter der 10-Prozent-Grenze. Damit standen Ende 2011 in den Beständen noch rund 201.179 Wohnungen leer. Seit Beginn des Programms Stadtumbau Ost im Jahr 2002 konnte die Leerstandsquote um 8,2 Prozentpunkte reduziert werden. Grundlage der rückläufigen Leerstandsentwicklung in den neuen Bundesländern sind Rückbaumaßnahmen. In 2011 wurden rund 11.800 Wohnungen vom Markt genommen. Das sind allerdings rund 1.890 Wohnungen weniger als noch im Jahr 2010. "Obwohl sich die Unternehmen mit großem Engagement am Rückbau in Ostdeutschland beteiligen, erreicht die Anzahl der Abrisse nicht mehr die Höhe, die notwendig wäre, um die Ziele des Programms 'Stadtumbau Ost' zu erreichen", erklärte Gedaschko. Danach sollten bis 2016 mindestens 200.000 weitere Wohnungen in Ostdeutschland abgerissen werden. "Ohne eine entsprechende finanzielle Ausstattung des Programms 'Stadtumbau Ost' und eine Anschlussregelung bei der Altschuldenhilfe wird diese Vorgabe nicht zu erfüllen sein", so der GdW-Präsident. Er forderte die Bundesregierung auf, hier umgehend eine Lösung zu finden, damit das Erfolgsprogramm "Stadtumbau Ost" nicht zur lahmen Ente verkomme.

Kurzstatements von Axel Gedaschko zur Jahrespressekonferenz als Video finden Sie unter www.youtube.com/GdWBundesverband

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