22.09.2016 | Expo Real

Klaus Dittrich: Hohe Preise, niedrige Renditen: Wohin geht die Reise?

Klaus Dittrich, Messechef Expo Real
Bild: Messe München GmbH

Deutschland ist für Investoren einer der wichtigsten Märkte. Doch in den Metropolen wird vor einer neuen Immobilienblase gewarnt. Die Frage, wie es weitergeht, wird auf der Expo Real eine wichtige Rolle spielen. Die Haufe Online Redaktion hat sich mit dem Chef der Münchner Messe, Klaus Dittrich, unterhalten.

Haufe Online: Herr Dittrich, können Sie uns sagen, wohin die Reise geht?

Dittrich: Solange die Zinsen niedrig bleiben und jede Menge Kapital auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten ist, scheint ein Ende des Immobilienbooms nicht in Sicht. Wir greifen diese Frage in unserem Konferenzprogramm auf: „Yield Compression – sinkende Renditen, steigende Kaufpreise: Wohin geht die Reise?“ und betrachten die Investmentstrategien der Big Player, wie sie mit den hohen Preisen und niedrigen Renditen bei Immobilienanlagen umgehen. Und wir stellen diese Diskussionen mit den beiden Eröffnungsveranstaltungen im Forum „Gesamtökonomie und Immobilienwirtschaft“ in den größeren Zusammenhang.


Haufe Online: Nach der britischen Brexit-Entscheidung beginnen sich die Märkte zu verschieben. Welche Auswirkungen erwarten Sie für die Expo Real?

Dittrich: Im Moment kann niemand ein seriöses Urteil darüber fällen, wie es nach dem Referendum für den Brexit langfristig weitergehen wird und was daraus für die Immobilienmärkte folgt. Wir werden die Folgen des Brexit jedoch im Expo Real Forum diskutieren – und mit Sicherheit wird es auch beim Thema Großbritannien im Investments & Locations Forum immer wieder darum gehen. Grundsätzlich ist nationale Abschottung kein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Auswirkungen des Brexit auf die Messe können wir bislang nicht beobachten. Wir verbuchen nach wie vor eine hohe Nachfrage bei Ausstellern und sind auch zuversichtlich, ähnliche Teilnehmerzahlen wie im Vorjahr zu erreichen. Gerade in bewegten Zeiten ist eine internationale Fachmesse ein idealer Ort, um Märkte auszuloten und daraus unternehmerische Strategien für die Zukunft abzuleiten.

Haufe Online: Verdichtung, Umwandlung, Bauen nach oben – die Herausforderungen für Städte wachsen. Welche wesentlichen Trends finden auf der Messe Einzug?

Dittrich: Wir werden sehr konkret auf ganz verschiedene Herausforderungen und Lösungsansätze für Städte eingehen. In unseren City Seminars schauen wir zum Beispiel auf Collaborating Cities – also darauf, wie europäische Städte mit ähnlichen Voraussetzungen zusammenarbeiten, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Wir lenken zudem den Blick speziell auf mittelgroße Städte und die Frage, wie sie umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen realisieren können. Ein weiteres Thema sind die Herausforderungen, die durch die rasante Urbanisierung nicht nur, aber vor allem auf Mega-Städte zukommen. Auch die Frage, wie Universitäten und Gesundheitseinrichtungen zu Impulsgebern für eine wissensbasierte wirtschaftliche Entwicklung der Städte werden können, wird erörtert.

Haufe Online: Die Unterbringung und Integration von Flüchtlingen wird von den Metropolen als wohl größte Herausforderung gesehen. Gibt es Programmpunkte hierzu?

Dittrich: Ja, wir haben einen Themenblock „Neue Menschen in Deutschland: Zuwanderung und Bauen“. Hier geht es um die Veränderungen, welche die Zu-, aber auch Abwanderung in Städten und Regionen mit sich bringt. Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, wird die Position der Exekutive einbringen. Und wir werden sowohl aus der Immobilienbranche als auch von der öffentlichen Hand Antworten hören, wie schnell neuer Wohnraum geschaffen werden kann.

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Schlagworte zum Thema:  Expo Real, Veranstaltung, Immobilienmesse, Immobilienwirtschaft

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