10.08.2015 | Top-Thema Klaus Dittrich: "Statt Core mehr value add"

Erwartungen der Expo-Real-Besucher: Assetqualität bleibt das A und O

Kapitel
Bild: Deutsche Hypo

„Wirtschaftliche Stabilität, ein niedriges Zinsniveaus, mangelnde alternative Anlageformen und hohe Liquidität im Markt – diese Merkmale kennzeichnen auch dieses Jahr die weiterhin positive Entwicklung des deutschen Immobilieninvestmentmarktes", sagt Andreas Pohl, Vorstandssprecher der Deutschen Hypo.

Das große Interesse von ausländischen und nationalen Investoren am stabilen und wenig volatilen deutschen Markt werde bestehen bleiben. Für das laufende Jahr erwartet der Immobilienmanager deswegen ein Transaktionsvolumen in der Größenordnung des Vorjahres von um die 40 Milliarden Euro.

Pohl warnt zudem vor Preisübertreibungen, die in der jetzigen Gemengelage verstärkt auftreten und setzt auf Topassetqualität: „Das Angebot an verfügbaren Core-Immobilien ist nach wie vor gering, so dass verstärkt in risikoreichere Objekte, Lagen oder Assetklassen investiert wird. Doch Vorsicht ist geboten: Wir befinden uns nun schon seit einiger Zeit weit oben im Zyklus. Wer jetzt in die falschen (und zu teuren) Immobilien investiert, kann bei einem späteren Exit das Nachsehen haben. Die Assetqualität bleibt das A und O.“

 

Wahr ist auch, dass innerhalb Deutschlands einzelne Objektklassen unterschiedlich gut performen. So hat das Wohnklima im Juli mehr als 4 Prozent eingebüßt, was möglicherweise auf zunehmende Spekulationen um eine Preisblasenbildung in einzelnen Metropolen zurückzuführen ist.

 

Ignaz Trombello

Ignaz Trombello MRICS, Head of Investment Colliers International Deutschland, ist noch optimistischer was die Zahlen betrifft wie Andreas Pohl und erwartet auf Deutschlands Investmentmärkten eine Transaktionssumme von ca. 50 Milliarden Euro und eine weitere deutliche Steigerung (2014: 40 Mrd. Euro).

Wegen des anhaltend niedrigen Zinsniveaus, des stetig anwachsenden Kapitalstroms und den ´sicheren´ Rahmendaten der deutschen Wirtschaft wird weiter kräftig in deutsche Gewerbeimmobilien investiert, lautet seine Begründung.

Trombello: „Über alle Assetklassen hinweg erhält der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt sowohl von nationalen als auch internationalen Investoren weiterhin hohe Kapitalzuflüsse. Nicht nur die Top-Standorte, sondern auch B-Städte und ausgewählte C-Städte weisen ein hohes Transaktionsgeschehen auf. Neben dem spürbaren Anstieg der Volumina und dem breiter werdenden Kreis an Nachfragern, hat auch die Transaktionsgeschwindigkeit zugenommen.“

Auch er sieht Deutschland weiter vorn: „Sowohl inländische als auch internationale institutionelle Investoren legen den Fokus weiterhin auf Großtransaktionen in Deutschland. Sowohl die Abwertung des Euro als auch die fortwährend geringen Fremdkapitalkosten machen Investitionen in den deutschen Gewerbeinvestmentmarkt weiterhin attraktiv. Zudem ist das Rendite-Risiko-Verhältnis trotz der Kompression im Vergleich zu vielen anderen europäischen Top-Standorten noch attraktiv, und der deutsche Markt lässt noch immer ausreichend Diversifikationsspielraum in Bezug auf Standort und Assetklasse zu. Eine Produktknappheit ist nur punktuell auszumachen.“ 

 

Michael Schneider

„Wir gehen davon aus, dass ähnlich wie im Vorjahr auch auf der Expo Real 2015 eine positive Grundstimmung herrschen wird, sagt Michael Schneider, Geschäftsführer IntReal International Real Estate KVG. Das Interesse an regulierten Immobilien-Investmentprodukten sei anhaltend hoch. Das Spektrum wird dabei zunehmend vielfältiger: Neben Wohnimmobilien erfahren auch Spezialsegmente wie Unternehmensimmobilien oder Logistik einen wahren Boom.

Nachdem deutsche Anleger in den vergangenen Jahren fast ausschließlich auf Deutschland fokussiert waren, wenden sie sich nun – selektiv und unverändert risikoavers – auch wieder internationalen Immobilienmärkten zu. Dieser Trend wird anhalten, am primären Fokus auf Deutschland wird sich allerdings bis Ende des nächsten Jahres nichts ändern.“

 

Gordon Gorski

Gordon Gorski, Geschäftsführer Hochtief Projektentwicklung: „Da mehr oder weniger fast alle Käufer das gleiche suchen, ist es eng geworden um die Core-Immobilien. Für einige Investoren haben sich ja bereits mit Immobilien jenseits von Core, in Nebenlagen oder außerhalb der A-Standorte neue Möglichkeiten eröffnet. Doch für institutionelle Anleger kommen kleinere Standorte wegen des Anlagevolumens kaum in Frage. Und für Value-add-Immobilien oder gar ein Refurbishment beispielsweise benötigt man eine höhere Risikobereitschaft.“

Hier geht's zur Bilderserie "Statementgeber zur Expo Real 2015"

Schlagworte zum Thema:  Gewerbeimmobilienmesse, Immobilienmesse, Expo Real, Immobilienbranche

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