01.06.2012 | Insolvenz

Schlecker wird abgewickelt

Schlecker macht endgültig zu
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die insolvente Drogeriekette Schlecker wird zerschlagen. Nur für die Töchter IhrPlatz und Schlecker XL soll es eine Zukunft geben.

Es ist vorbei: Die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker wird dichtgemacht. Nach monatelangem Ringen werden damit mehr als 13.000 Menschen in Deutschland Ende Juni ihren Job verlieren. Die Gläubiger beschlossen das Aus für Schlecker in einer knapp dreistündigen Sitzung in Berlin. Mögliche Investoren hätten zu wenig geboten.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz erklärte die Gründe für das Scheitern der Rettung so: „Die Angebote waren nicht akzeptabel, weil sie deutlich unter einer Zerschlagung lagen.“ Er bedauere die Entscheidung im Hinblick auf die vielen, zum Teil langjährigen Schlecker-Mitarbeiter sehr. „Aber es gab kein annehmbares Angebot.“ Ein Knackpunkt sei die Zahl der Kündigungsklagen gewesen. Deswegen hätten die beiden Investoren ihre Angebote reduziert. „Dass es keine Transfergesellschaft gab, wurde auch negativ gewertet.“

Bis zum Schluss hatten die Schlecker-Mitarbeiter auf einen Retter in letzter Sekunde gehofft - vor allem auf den Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen. Der aber ist bereits in der Nacht zum Entscheidungstag abgesprungen, wie Geiwitz nun sagte. Neben den etwa
4.500 Kündigungsklagen, habe ihn das mediale Interesse an Schlecker abgeschreckt. Übrig blieb demnach nur noch der US-Investor Cerberus Capital Management. Der hatte Medienberichten zufolge aber nur Interesse an einigen Auslandsgesellschaften.

Eine Zukunftsperspektive gibt es lediglich für die rund 1.100 Beschäftigten von Schlecker XL sowie die etwa 3.990 Mitarbeiter der Tochter IhrPlatz. Sie sollen gemeinsam an einen Investor verkauft werden. Dabei dürfte es sich um den Münchner Investor Dubag handeln.
Einen Hoffnungsschimmer könnte es für bis zu 60 der Schlecker-Filialen geben. „Wir versuchen eine Teillösung für die Filialen zu finden. Es ist aber keine große Lösung“, sagte Geiwitz.

Rund 13.200 Menschen werden bis Ende Juni die Kündigung erhalten. Der große Ausverkauf bei Schlecker soll schon Ende nächste Woche beginnen. Parallel würden Gespräche über den Verkauf der noch verfügbaren Auslands-Geschäfte von Schlecker und der Immobilien sowie Lager beginnen.

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