Innovative Bauunternehmen für serielle Gebäudesanierung gesucht

Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW und die von der Deutschen Energie-Agentur Dena koordinierte Initiative Energiesprong Deutschland haben Bauunternehmen dazu aufgerufen, serielle Sanierungslösungen für den deutschen Markt zu entwickeln. Ziel ist es, bundesweit Prototypen mit vorgefertigten Elementen klimaneutral zu sanieren und so einen breiten Sanierungsmarkt zu erschließen.

"Serielles und modulares Bauen bietet nicht nur im Neubau, sondern auch in der Sanierung große Potenziale, um schnell und kostengünstig hochwertigen, klimaneutralen Wohnraum anzubieten", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko. Das nun ins Leben gerufene Programm wird in den zwei Jahren Sanierungslösungen entwickeln und bundesweit Prototypen mit vorgefertigten Elementen klimaneutral sanieren.

Sanierung soll ohne Mehrkosten für Bewohner möglich sein

Die Sanierungslösungen sollen nach dem Energiesprong-Prinzip entwickelt werden – einem digitalisierten und industrialisierten Bauprozess, der Sanierungsmaßnahmen ohne Mehrkosten für Mieter möglich machen soll.

Das Konzept stammt ursprünglich aus den Niederlanden und setzt bei der Sanierung auf seriell vorgefertigte Bauelemente, die gemeinsam mit einem Haustechnikmodul den Energiestandard des Gebäudes nach der Sanierungsmaßnahme gegen Null senken sollen. Bei Erreichen des Nullenergiestandards produzierten die Gebäude anschließend so viel Energie pro Jahr, wie ihre Bewohner für Heizung, Warmwasser und Strom benötigten, heißt es bei Energiesprong. Die eingesparten Energiekosten könnten somit in die Refinanzierung fließen – es entstünden keine Mehrkosten für Bewohner.

Es fehlt noch an Lösungsanbietern

In Deutschland fehle es derzeit noch an Lösungsanbietern, um die wachsende Nachfrage bedienen und die Marktentwicklung vorantreiben zu können, so Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung. International nehme dieser Markt aber bereits Fahrt auf: 4.500 Gebäude seien bisher fertiggestellt worden, mehr als 18.000 weitere sind derzeit in der Planung. Das gesamte Marktpotenzial im Mehrfamilienhausbereich schätzt die Dena auf rund 500.000 Gebäude und rund 120 Milliarden Euro.

Generalunternehmen und Zulieferer gesucht

Als Teilnehmer suchen GdW und Energiesprong Deutschland zum einen Generalunternehmer und -übernehmer, zum anderen Zulieferer für vorgefertigte Fassadenelemente, Solardächer, Heiz-, Lüftungs- und Speichertechnik sowie Energie-Monitoringsysteme.

Das Programm soll mit einem "Challenge Day" am 20.9.2018 in Berlin beginnen. Dort präsentieren Wohnungsunternehmen die Projekte, die sie mit Bauunternehmen umsetzen möchten. Außerdem werden Energiesprong-Prototypen vorgestellt, erste Lösungsansätze diskutiert und die Teilnehmer untereinander vernetzt. Ende Oktober folgt ein "Innovation Day", um weiterführende Fragen zu Gebäudehülle, Technikmodulen und anderen Herausforderungen zu klären. Schließlich präsentieren die Anbieter ihre Konzepte bei einem "Pitch Event" mit der Wohnungswirtschaft Ende des Jahres in Berlin.

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