Gebäudesanierung: Energiesprong startet Accelerator-Programm

Vorgefertigte isolierte Fassaden oder Dächer mit Photovoltaik? Der Markt für serielles Sanieren wächst. "Energiesprong Deutschland" will die Entwicklung beschleunigen. Über ein Accelerator-Programm werden neue Lösungen für die Wohnungswirtschaft gefördert. Die Bewerbungsfrist endet am 8. November.

Die Initiative "Energiesprong Deutschland" wird von der Deutschen Energie-Agentur Dena koordiniert, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanziert und vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen unterstützt. Mit dem Accelerator-Programm sollen Sanierungslösungen von Baufirmen (Generalübernehmer) und Komponentenherstellern gefördert werden.

Für die Teilnehmer gibt es finanzielle Unterstützung von insgesamt bis zu 180.000 Euro (36.000 Euro pro Unternehmen), Coaching durch Experten, Workshops mit der Bau- und Wohnunswirtschaft sowie Pilotprojekte.

Ausgewählte Lösungen werden nach dem Energiesprong-Prinzip weiter entwickelt

Die ausgewählten Sanierungslösungen sollen dann nach dem Energiesprong-Prinzip – einem digitalisierten und industrialisierten Bauprozess, der Sanierungsmaßnahmen ohne Mehrkosten für Mieter möglich machen soll – weiter entwickelt werden. Ein erklärtes Ziel des Programms ist es, klimaneutrales Wohnen schnell für alle möglich und bezahlbar machen.

Das Konzept stammt ursprünglich aus den Niederlanden und setzt bei der Sanierung auf seriell vorgefertigte Bauelemente, die gemeinsam mit einem Haustechnikmodul den Energiestandard des Gebäudes nach der Sanierungsmaßnahme gegen Null senken sollen. Bei Erreichen des Nullenergiestandards produzierten die Gebäude anschließend so viel Energie pro Jahr, wie ihre Bewohner für Heizung, Warmwasser und Strom benötigten, heißt es bei Energiesprong. Die eingesparten Energiekosten könnten somit in die Refinanzierung fließen – ohne Mehrkosten für Bewohner.

Skalierbare serielle Sanierungslösungen für Wohngebäude: Deutschland steht am Anfang

Nach Angaben von Dena gibt es auf dem deutschen Markt bisher keine skalierbaren seriellen Sanierungslösungen für Wohngebäude. Die Lösungen der Generalübernehmer sollen daher standardisierbar, skalierbar und mieterfreundlich umsetzbar sein. Gefragt ist zudem Kostensenkungspotenzial bei wachsenden Stückzahlen. Es muss langfristig garantiert werden, dass die sanierten Gebäude im Jahresmittel so viel Energie erzeugen, wie sie für Heizung, Warmwasser und Haushaltsgeräte brauchen (Netto-Null- beziehungsweise Net-Zero-Standard).

Komponentenhersteller, die beispielsweise vorgefertigte isolierte Fassaden, vorgefertigte isolierte Dächer mit Photovoltaik oder Plug-and-Play-Lösungen für die Anlagentechnik anbieten, können ihre Ansätze ebenfalls einreichen. Unternehmen, die mehrere Bereiche abdecken, dürfen sich auf mehrere Aufgabenbereiche bewerben.

Bewerbung:

Das Accelerator-Programm läuft bis März 2020. Bewerbungsschluss ist der 8.11.2019. Die Teilnahmebedingungen gibt es nach einer unverbindlichen Registrierung zum Accelerator-Programm "Energiesprong-Sanierungen", das durch das EU-Förderprogramm Interreg NWE "Mustbe0" gefördert wird. Für den 24. September ist zudem ein Webinar geplant, in dem Fragen vorab geklärt werden können.


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