09.04.2015 | Top-Thema InDIRA: Häuser als Stromspeicher

Wirtschaftlichkeit meist noch nicht gegeben

Kapitel
Die Speicherung von Strom wird bis auf weiteres ein Problem bleiben.
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine Studie über die „Zukunft der Energiespeicher bis 2020“ kommt zum Ergebnis, dass Stromspeicher meist noch nicht wirtschaftlich sind.

Die ersten Ergebnisse der Speicherstudie „Zukunft der Energiespeicher bis 2020“ der in der Gebäudetechnik verwurzelten Technomar GmbH München zeigten, eine Wirtschaftlichkeit sei bei Stromspeichern erst ab dem Jahr 2020 zu erwarten.


Aufgrund der Rahmenbedingungen sei es jetzt sogar günstiger, die Speicherung von Energie möglichst zu vermeiden und stattdessen die Anlagen intelligenter zu steuern, zum Beispiel über ein Energiemanagementsystem. Ein großes Problem in diesem Bereich ist immer noch die mangelnde Sicherheit: Bei Lithium-Ionen-Batterien besteht nach wie vor die Gefahr einer Überhitzung. Deshalb sind hier vielschichtige Sicherheitskonzepte notwendig. Laut einer Marktprognose der International Battery and Energy Storage Alliance IBESA » wird der Markt für Hausspeichersysteme in Deutschland von heute etwa 15.000 Einheiten auf über 110.000 Einheiten im Jahr 2020 wachsen.


Markttreiber: Nachrüstung 2017

Ein wichtiger Markttreiber sei die ab 2017 geplante Nachrüstung von bestehenden Photovoltaik-Anlagen mit Stromspeichern. Für wichtiger als den Einbau von Hausstromspeichern halten Experten den Ausbau von Ortsnetzspeichern, da diese einen höheren wirtschaftlichen Nutzen hätten als dezentrale Kleinspeicher. Auch in einem Privathaus könne sich ein Stromspeicher bald lohnen, wenn man das richtige System wählt, so vor Kurzem der Versorger Wemag auf einer Pressekonferenz. Er hat einen Stromspeicher entwickelt, der mit kostengünstigen Lithium- Ionen-Gebrauchtakkus funktioniert. Die einfachste und wirtschaftlichste Form der Energiespeicherung sei heute jedoch die Umwandlung von Strom in Wärme, so die oben erwähnte Studie „Zukunft der Energiespeicher bis 2020“ von Technomar.

 

Wärme statt Strom

Das sieht auch Frank Talmon l’Armée, Geschäftsführer der Epple- Holding in Heidelberg, so. „Gebäuden wird künftig eine entscheidende Rolle bei der Speicherung von Energie zukommen“, meint er. Statt Stromspeichern würden jedoch die technisch wesentlich leichter zu beherrschenden Wärmespeicher eine immer größere Rolle spielen. Damit rücke die Vakuumdämmung von Wärmespeichern plötzlich in den Fokus. Mehr zu den Möglichkeiten der Speicherung von Wärme im nächsten Heft.

Schlagworte zum Thema:  Stromspeicher, Strom, Immobilienwirtschaft, Energie, Immobilien

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