17.01.2014 | Top-Thema Immobilientrends: Digitalisierung, Demografie & Co.

Neue Anforderungen ans Wohnen

Kapitel
Im Qartier Le Flair gehören Apps und Social Media schon zum Alltag.
Bild: www.fotografen-welt.de

Von entscheidender Bedeutung ist die Analyse von Trends auch für die Entwickler von Wohnimmobilien.

Demonstrieren lässt sich das am Beispiel der Neubauquartiere Le Flair und Quartis Les Halles in Düsseldorf, welche die Interboden Innovative Lebenswelten realisiert hat. Wer dort einzieht, erhält Zugang zu einer App, die über Smartphone, Tablet und Tischcomputer Zugang zu quartiersspezifischen Informationen und Dienstleis­tungen bietet. So können die Bewohner zum Beispiel erfahren, wann der Aufzug gewartet wird, aber sich auch mit Nachbarn zum Skat verabreden.
„Wir bei Interboden haben früh erkannt, dass Social Media ein wichtiges Thema in der Immobilienwirtschaft wird“, begründet Prokurist Detlef Bloch, warum Interboden die App Animus – die im Oktober mit dem Enterprise Mobility Award 2013 ausgezeichnet worden ist – entwickelt hat. Dabei gehe es jedoch nicht darum, die persönliche Kommunikation zu ersetzen, betont Bloch: Der Service-Point bleibe weiterhin mit Mitarbeitern besetzt.
Noch ein anderes Angebot im Quartier Le Flair nimmt einen Trend auf: Die Bewohner können im Rahmen eines Carsharing-Projekts ein Elektroauto nutzen. Allerdings ist das eigene Auto nach Einschätzung Blochs auch heute noch wichtig. „Menschen, die in die Stadt ziehen, beschäftigen sich jedoch nicht zuletzt wegen der steigenden Benzinpreise auch mit dem Thema Carsharing.“
Eine Studie, die f21, ein Büro für Zukunftsfragen, erarbeitet hat, geht noch weiter: „Der Automarkt in industrialisierten Ländern wie Deutschland ist gesättigt“, lautet ihre zentrale These. 48 Prozent der Großstadtbewohner in Deutschland, das hat eine repräsentative Umfrage der BHW Bausparkasse ergeben, sind überzeugt, dass Carsharing wichtiger wird. Und 60 Prozent erwarten, dass in Zukunft mehr Abstellräume für Fahrräder gebraucht werden als für Autos. Was wie Zukunftsmusik klingt, wird zum Teil schon heute umgesetzt. Beim Wohnungsbauvorhaben Max und Moritz in Berlin-Friedrichshain zum Beispiel sieht der Projektentwickler Die Wohnkompanie Berlin GmbH für 420 Wohnungen lediglich 78 Autostellplätze vor (was rechtlich zulässig ist, da das Land Berlin die Stellplatzpflicht abgeschafft hat). Dafür werden die Aufzüge so dimensioniert, dass die Bewohner ihren Drahtesel in die eigene Wohnung mitnehmen können, wo ausreichend Platz für das Fahrrad zur Verfügung steht.
Wann allerdings der richtige Zeitpunkt ist, um neue Trends umzusetzen, ist eine schwierige Frage. „Noch wäre es zu früh, überall Elektrozapfsäulen einzurichten“, verdeutlicht dies Interboden-Prokurist Detlef Bloch. „In unseren Quartieren planen wir die Tiefgaragen aber so, dass die Bewohner einen Elektroanschluss für ihren Pkw nachrüsten können, sollten sich Elektroautos durchsetzen.“

Schlagworte zum Thema:  Gemischte Nutzung, Klimawandel, Digitalisierung, Car-Sharing, Wohnimmobilien, Demografischer Wandel, Gewerbeimmobilien, Einzelhandelsimmobilie

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