17.01.2014 | Top-Thema Immobilientrends: Digitalisierung, Demografie & Co.

Demografie beeinflusst Büromarkt

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Innovative Lösungen lassen sich durch Umbauten auch in Bestandsgebäuden umsetzen - wie hier in Düsseldorf.
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Auch Büroimmobilien sind vom demografischen Wandel betroffen. Denn angesichts des Umstands, dass weniger junge Leute auf den Arbeitsmarkt drängen, müssen die Unternehmen den Bewerbern eine attraktive Arbeitsatmosphäre bieten.

„Bei der jüngeren Generation besteht eine große Bereitschaft, in offenen Bürostrukturen zu arbeiten, während Einzelbüros nicht mehr zwingend gefragt sind“, erläutert Ken Kuhnke, Leiter Vermietungsmanagement bei HIH Hamburgische Immobilien Handlung. Die Folge sei ein „Trend zu Open Space“. Büroflächen seien heute ganz anders gestaltet als noch vor einigen Jahren, konstatiert Kuhnke: „Gemeinsame, meist abteilungs­übergreifende Aufenthaltsflächen werden zunehmend attraktiv und innovativ gestaltet und sollen bewusst zum Informationsaustausch und Interagieren der Mitarbeiter beitragen.“
Das alles sollten Projektentwickler und Investoren berücksichtigen. „Bei Ankäufen von Bestandsimmobilien“, erläutert Kuhnke, „ist es ein wichtiges Kriterium, ob sich innovative Bürokonzepte umsetzen lassen.“ Hinzu kommen veränderte Anforderungen an den Standort. „Für die meisten jungen Mitarbeiter ist es sehr wichtig, in zentraler Lage zu arbeiten, wo beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten oder das Fitness-Studio leicht erreichbar sind“, berichtet Kuhnke. Diese zentralen – und damit teureren – Lagen können sich die Unternehmen leisten, da sie als Folge der flexiblen Bürokonstellationen weniger Fläche benötigen.
Dass diese Überlegungen mittlerweile in der Praxis angekommen sind, verdeutlicht der Vodafone Campus in Düsseldorf. Die Anfang dieses Jahres bezogene Deutschlandzentrale des Mobilfunkanbieters kennt keine Einzelbüros mehr, sondern nur noch Open-Space-Arbeitsplätze. Doch auch in Bestandsgebäuden lassen sich innovative Lösungen umsetzen, wie das ebenfalls in Düsseldorf gelegene Bürogebäude K-LAN beweist. Die Fondsgesellschaft Real I.S. ließ dieses gut zehn Jahre alte Objekt so umbauen, dass es jetzt verschiedene Arbeitswelten – darunter auch Co-Working-Flächen für Freiberufler – sowie großzügige Gemeinschaftsflächen aufweist.
„Mit K-LAN möchten wir ein idealtypisches Arbeitsumfeld für eine neue Generation von Arbeitnehmern schaffen und einen ersten Schritt in die digitale Welt von morgen machen“, sagt Andreas Heibrock, Mitglied der Geschäftsleitung von Real I.S. Grundlage dafür war eine Untersuchung über die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf die Büro- und Arbeitswelt, mit der die Fondsgesellschaft die Beratungsgesellschaft Thomsen Group International Strategy Consultants beauftragte. Ein zentrales Ergebnis dieser Studie fasst Heibrock so zusammen: „Wer langfristig erfolgreich am Markt vermieten will, muss die Ansprüche der Nutzer kennen und ihnen entsprechen.“

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Gewerbeimmobilien, E-Commerce, Demografischer Wandel, Einzelhandelsimmobilie, Gemischte Nutzung, Klimawandel

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