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Immobilienaktien: Zinsängste und Trumps Wirtschaftsprogramm sorgen für Abwärtssog

Steigende Zinsen verschlechtern das Umfeld für Immobilienkäufer – was sich auf Immobilienaktien auswirken wird
Bild: Haufe Online Redaktion

Immobilienunternehmen wie die Deutsche Wohnen oder der Shopping-Center-Spezialist Euroshop sorgten zuletzt mit positiven Geschäftszahlen für Gewinnsprünge an der Börse. Auch die Aktie des Baudienstleisters Hochtief befindet sich derzeit in einer Aufwärtsbewegung. Doch die Sorge vor steigenden Zinsen lässt Anleger im Immobiliensektor vorsichtig werden – und das hat auch mit Donald Trumps Plänen zu tun.

Die Kurse im Immobiliensektor sind seit Mitte August auf Talfahrt, seit sich in den USA eine weitere Leitzinsanhebung durch die Notenbank Fed noch für 2016 andeutete. Auch die relative Schwäche von europäischen REITS im September rührte von Zinsängsten her. Der Anstieg der Renditen an den internationalen Anleihemärkten, der erst nach dem Wahlsieg von Donald Trump einsetzte, kommt belastend hinzu.

Auch will der künftige US-Präsident für weniger Regulierungsdruck sorgen, was vor allem den Banken zugute kommen wird. Hier mutmaßen Analysten, dass letztere dann "die neuen Lieblinge" vieler Anleger werden könnten, die jetzt noch in Immobilienaktien investieren. Und während steigende Zinsen das Umfeld für Immobilienkäufer weiter verschlechtern, verbessern sich die Aussichten der Geldinstitute um so mehr.

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so ein Börsianer. "Die Aussicht auf höhere Zinsen, eine steilere Zinsstrukturkurve sowie Deregulierung befeuern die Phantasie", sagte Manfred Hübner vom Stimmungsforscher Sentix.

Aktien der Aareal Bank legen um rund fünf Prozent zu

Im Dax gingen am Montag die Commerzbank-Papiere mit 6,64 Prozent an der Index-Spitze aus dem Handel. Die Anteile an der Deutschen Bank verteuerten sich um 3,76 Prozent. Beide Titel reduzierten damit ihre Verluste seit Jahresbeginn weiter.

Auch im MDax standen Bankaktien an der Indexspitze: Die Aktien der Aareal Bank legten um 5,06 Prozent zu und die der Deutschen Pfandbriefbank gewannen sogar 7,27 Prozent.

Große Wohnungsunternehmen auf der Verliererseite

Von Trumps Ankündigungen, die US-Infrastruktur ausbauen zu wollen, profitierte auch die Aktie des Bau- und Industriedienstleisters Hochtief – der Börsenwert des Papiers stieg zum Handelsschluss am vergangenen Mittwoch um 5,18 Prozent. Vor allem die US-Töchter Flatiron und Turner trugen maßgeblich zum positiven Konzernergebnis bei: Der Auftragsbestand in Nordamerika legte einem Bericht des Manager Magazins zufolge deutlich um 13,9 Prozent auf 39,2 Milliarden Euro zu.

Die Aktie des Immobilienkonzerns Vonovia hingegen rutschte am Montag um 1,86 Prozent ab. Im MDax erwischte es die Anteilsscheine an der LEG Immobilien am stärksten: Sie gaben trotz einer positiveren Einstufung durch die Analysten von JPMorgan um 2,80 Prozent auf 69,49 Euro nach. Seit ihrem Rekordhoch bei 92,04 Euro Mitte August geht es für LEG Immobilien somit weiter abwärts.

Goldman Sachs warnt vor Euphorie im Bankensektor

Derweil warnten die Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs am Montag vor zu viel Euphorie für die Bankenbranche. Das optimistische Szenario nach dem US-Wahlsieg von Trump berge erhebliche Risiken, schrieb Analyst Jernej Omahen. Weniger strenge Kapitalanforderungen und steigende Zinsen wären zwar positiv für die Gewinne, sollten aber vor allem Geldinstituten mit einem starken Heimatgeschäft zugute kommen, so der Experte.

Zudem könnten Handelsbarrieren sich negativ auf die Wirtschaft in der Eurozone auswirken, was Europas Banken in Mitleidenschaft ziehen dürfte. Andererseits dürfte auch die Deutsche Bank nach Einschätzung des Experten zu den größten Profiteuren steigender Zinsen gehören.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienaktien, Zinsen, Börse

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