Hohe Grundstückspreise bremsen Wohnbaugesellschaften

Die Grundstückspreise für den Wohnungsbau sind in Thüringen deutlich gestiegen. Das hat auch Auswirkungen auf das Geschäft der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). Es werde schwieriger, "wirtschaftlich darstellbare Projekte zu initiieren", sagt Holger Wiemers, Sprecher der LEG Thüringen. Allerdings könne man auch eigene Grundstücke teurer verkaufen. Unter dem Strich sei es ein "Nullsummenspiel".

Der Preisanstieg für den Erwerb von Wohnbaugrundstücken und die höheren Erlöse bei deren Verkauf glichen sich in etwa aus, so Wiemers. Inzwischen würden sich auch Grundstücke der Landesentwicklungsgesellschaft auf dem Land gut verkaufen. Die Preissteigerungen in den Städten würden auch die Nachfrage auf dem Land stärken.

Die Preissteigerungen gelten der LEG Thüringen zufolge für alle Regionen des Bundeslandes. Beim Wohnbauland gebe es aber eine Trennlinie zwischen Stadt und Land: Bezahlbare Wohnungen zu bauen, werde vor allem in den Städten schwieriger.

Die LEG bietet Wohnbauland nach eigenen Angaben an mehr als 60 Standorten in Thüringen an. Diese Flächen mit einer Gesamtgröße von etwa 33 Hektar hätten Ende 2017 einen Buchwert von etwa 11,2 Millionen Euro gehabt.

Besonders in Erfurt, Weimar und Jena sind die Baulandpreise gestiegen

Privatinvestoren klagen seit langem über steigende Immobilienpreise - auch in Thüringen. Obwohl nach Angaben der Wohnungswirtschaft auf dem Land zahlreiche Wohnungen und Häuser leerstehen oder sogar zu verfallen drohen. Besonders in Erfurt, Weimar und Jena sind die Preise für Grundstücke zum Wohnungsneubau oder für bereits fertig gebaute Wohnungen und Häuser deutlich gestiegen. Doch selbst in kleineren Städten wie Ilmenau, Arnstadt oder Meiningen hat es laut LEG zuletzt spürbare Preissteigerungen gegeben.

Baulandpreise für gewerbliche Nutzung steigen moderat

Die Situation für die LEG Thüringen sei beim Bauland für die gewerbliche Nutzung, beispielsweise die Ansiedlung von Unternehmen in Gewerbegebieten, ähnlich, ergänzt Wiemers. Der Preisanstieg im Gewerbebereich sei aber moderater ausgefallen als bei den Grundstückpreisen für den Wohnungsbau.

Im Industrie- und Gewerbesegment betreut die LEG nach eigenen Angaben derzeit Projekte an mehr als 80 Standorten, darunter unter anderem am Erfurter Kreuz, am Hermsdorfer Kreuz und in der Region Waltershausen. Der Buchwert der im Umlaufvermögen der LEG ausgewiesenen Industrie- und Gewerbegrundstücke habe sich Ende 2017 auf etwa 72,3 Millionen Euro belaufen.

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