Vonovia hat 2017 durch höhere Mieteinnahmen und den milliardenschweren Conwert-Zukauf einen neuen Rekordgewinn von 921 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sind 21 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 2018 will das Unternehmen weiter wachsen. Für Mai ist nun erst einmal der Umzug in die neue Unternehmenszentrale in Bochum geplant. Dann soll der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen Aufsichtsratschef von Deutschlands größtem Immobilienkonzern werden.

Die Mieteinnahmen von Vonovia stiegen im vergangenen Jahr um mehr als acht Prozent auf 1,67 Milliarden Euro. Der Dax-Konzern soll Analysten zufolge 2017 außerdem von zusätzlichen Dienstleistungen und einem hochwertigeren Wohnungsbestand profitiert haben.

Das Periodenergebnis legte auf knapp 2,6 Milliarden Euro zu. Hier profitierte Vonovia von einer Aufwertung des Immobilienvermögens. Das Management will die Dividende je Aktie nun wie geplant auf 1,32 Euro anheben nach 1,12 Euro ein Jahr zuvor. Das entspricht gegenüber 2016 einem Plus von 18 Prozent und einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent bezogen auf den Aktienkurs vom 28.2.2018.

Goldman sieht Vonovia-Zahlen "leicht negativ"

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat die Einstufung für Vonovia nach Zahlen auf "Buy" mit einem Kursziel von 49 Euro belassen. Der Immobilienkonzern befinde sich auf einem soliden Wachstumsweg, schreibt Analyst Thomas Neuhold. 2017 habe der Dax-Konzern stark abgeschnitten.

Zu einem etwas anderen Ergebnis kommt Goldman Sachs. Die US-Investmentbank hat die Jahreszahlen 2017 von Vonovia als "leicht negativ" interpretiert. Das operative Ergebnis und der Dividendenvorschlag seien knapp hinter den durchschnittlichen Analystenprognosen geblieben, meint Analyst Julian Livingston-Booth. Dies gelte auch für den Ausblick auf 2018.

Für 2018 der Ausblick im Fokus

Neben den aktuellen Zahlen steht für Vonovia der Ausblick im Fokus. 2018 will Vonovia weiter wachsen und ein operatives Ergebnis von 960 bis 980 Millionen Euro erreichen.

Dabei ist der rund 5,2 Milliarden Euro teure Zukauf des österreichischen Konkurrenten Buwog noch nicht berücksichtigt. Die Angebotsfrist läuft am 12. März ab. Vonovia will mindestens 50 Prozent plus eine Aktie einsammeln. Finanziert werden soll die Übernahme komplett mit Fremdkapital. Vonovia hat bereits alle kartellrechtlichen Hürden genommen. Beide Unternehmen hatten Mitte Dezember den Zusammenschluss angekündigt.

Eine Milliarde Euro jährlich für Neubau und Modernisierungen geplant

Vonovia will nicht nur über Übernahmen wachsen, sondern in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro jährlich in Neubau von etwa 2.000 Wohnungen, Dachaufstockungen und Modernisierungen stecken. Vonovia kann nach Angaben von Unternehmenschef Rolf Buch 30.000 Wohnungen auf eigenen Grundstücken bauen. Bis zu 1,4 Milliarden Euro für Neubau und Bestandsverbesserung vorgesehen. Vonovia investierte im vergangenen Jahr insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro in den Bestand.

Auch die Expansion ins Ausland soll den Konzern weiterbringen. Im vergangenen Jahr hat Vonovia eine Partnerschaft mit dem französischen Pendant SNI vereinbart. Laut Buch kann es sich das Unternehmen erlauben, über Aktivitäten außerhalb Deutschlands nachzudenken.

Der Wert des Immobilienportfolios lag am 31.12.2017 bei 33,4 Milliarden Euro (31.12.2016: 27,1 Milliarden Euro). Die Anzahl an Wohnungen stieg auf 346.644 Einheiten (31.12.2016: 333.381). 2017 verkaufte Vonovia insgesamt knapp 12.000 Wohnungen, knapp 25.000 kamen hinzu. Der Bestand in den strategisch nicht relevanten Regionen hat sich reduziert. Die Leerstandsquote lag mit 2,5 Prozent auf einem konstant niedrigen Niveau (2016: 2,4 Prozent).

Ex-Deutsche-Bank-Chef Fitschen soll Aufsichtsrat von Vonovia leiten

Mit dem Umzug in die neue Unternehmenszentrale wird es auch Veränderungen im Vorstand und im Aufsichtsrat suchen.

Der Aufsichtsrat der Vonovia SE hat sich entschieden, auf der nächsten Hauptversammlung am 9. Mai Jürgen Fitschen als neues Mitglied des Aufsichtsrats vorzuschlagen. Er soll den Vorsitz des Aufsichtsrats übernehmen. Fitschen wird die Nachfolge von Edgar Ernst antreten, der den Vorsitz im September 2017 nach dem Rücktritt von Wulf Bernotat vorübergehend übernommen hatte. Fitschen hatte seit Juni 2012 gemeinsam mit dem Investmentbanker Anshu Jain die Führung der Deutschen Bank inne.

Darüber hinaus wird Dr. Stefan Kirsten, CFO von Vonovia, mit Ablauf der Hauptversammlung am 9. Mai, aus dem Vorstand von Vonovia auszuscheiden. Er übergibt die Verantwortung für das Vorstandsressort an Helene von Roeder.

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